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Aktuell Europa

Hollande: Geiselnahme in Kirche war Terroranschlag

In der Normandie haben bewaffnete Männer mehrere Menschen gekidnappt. Eine Geisel wurde getötet. Spezialkräfte der Polizei erschossen die Angreifer. Der IS bekannte sich zu der Tat, Frankreichs Präsident ist entsetzt.

Die Tat spielte sich in einer Kirche nahe Rouen ab, in Saint-Etienne-du-Rouvray. Zwei mit Messern bewaffnete Männer brachten dort mehrere Menschen in ihre Gewalt. Der 84-jährige Priester der Gemeinde wurde getötet. Französische Medien berichten unter Berufung auf Polizeikreise, ihm sei die Kehle durchgeschnitten worden. Eine weitere Geisel schwebt laut Innenministerium in Lebensgefahr.

Inzwischen ist die Geiselnahme beendet: Polizisten hätten die Gangster erschossen, als sie aus der Kirche stürmten, teilte das Innenministerium weiter mit. Die Männer hatten insgesamt fünf Personen festgehalten: den getöteten Pfarrer, zwei Ordensschwestern und zwei Gemeindemitglieder. Sie waren während der Morgenmesse in das Gotteshaus eingedrungen. Spezialkräfte für Minenräumung suchen nach möglichen Sprengsätzen.

Inzwischen wurde im Zusammenhang mit dem Attentat ein Mann festgenommen. Ermittlerkreise machten zunächst weder Angaben zur Identität des Mannes noch zum Grund der Festnahme.

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Terror in Europa: Studiogespräch mit Alexandra von Nahmen

"Soldaten des Islamischen Staates"

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" übernahm die Verantwortung für die tödliche Attacke. Die beiden von der Polizei erschossenen Angreifer seien "Soldaten des Islamischen Staates" gewesen, erklärte die IS-nahe Agentur Amaq. Zuvor hatte sich bereits Frankreichs Präsident François Hollande entsetzt über den "schändlichen Terroranschlag" geäußert. Das sagte Hollande bei einem Besuch am Tatort in der Nähe von Rouen. Auch Innenminister Bernard Cazeneuve begab sich zum Tatort. Der Anti-Terror-Staatsanwalt in Paris zog die Ermittlungen an sich.

Nach Angaben aus französischen Ermittlerkreisen war einer der Angreifer womöglich den Anti-Terror-Behörden bekannt. Sollte sich diese Identifizierung bestätigen, wurde der Mann demnach in einer Gefährderkartei geführt. Er soll 2015 versucht haben, nach Syrien zu reisen. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich wurde er in U-Haft genommen und später mit einer elektrischen Fußfessel freigelassen.

Kirche Saint-Étienne in Saint-Étienne-du-Rouvray (Foto: Google Street View)

In dieser Kirche brachten die mutmaßlichen Täter die Geiseln in ihre Gewalt

Der Vatikan: Eine barbarische Tat

Ministerpräsident Manuel Valls sprach im Kurznachrichtendienst Twitter von einer "barbarischen Attacke" und fügte hinzu: "Ganz Frankreich und alle Katholiken sind verletzt worden. Wir stehen zusammen."

Der Vatikan hat den tödlichen Angriff auf einen Priester in der Normandie aufs Schärfste verurteilt. Es handele sich um eine barbarische Tat, erklärte der Vatikan. Sie sei um so abscheulicher, da sie sich in einer Kirche zugetragen habe. Papst Franziskus sei angesichts des "Schmerzes und des Gräuels dieser absurden Gewalt" erschüttert, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Der Papst verurteile jede Form von Hass auf das Schärfste.

Saint-Etienne-du-Rouvray hat knapp 30.000 Einwohner. Die Stadt liegt im Département Seine-Maritime, zehn Kilometer südlich von Rouen an der Seine.

jj/ml/kle (dpa, afp, ap, bbc, kna)

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