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Hokuspokus Fidibus

Ob es um kleine Dinge oder gar den Weltfrieden geht, wer würde sich nicht mal gerne der Magie bedienen, um sich Wünsche zu erfüllen. Doch gibt es die Zauberei überhaupt oder ist alles nur ein fauler Zauber?

Audio anhören 07:41

Hokuspokus Fidibus – die Folge als MP3

„Da ging Aschenputtel zu seiner Mutter Grab unter den Haselbaum und rief: ‚Bäumchen, rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich.‘ Da warf ihm der Vogel ein golden und silbern Kleid herunter und mit Seide und Silber ausgestickte Pantoffeln.“ Welche Frau, die zu festlichen Anlässen nichts Passendes im Schrank hat, wünscht sich nicht – wie in dem Märchen der Brüder Grimm – ein solches magisches Bäumchen im Garten, das sie einkleidet. Auch bei mieser Laune, leerem Konto oder Stress im Job – also wenn gerade irgendwie alles schief läuft oder wir einfach nur unzufrieden sind mit der Welt – wünschen wir uns nur allzu oft ein magisches Wesen oder einen verzauberten Gegenstand, das oder der unsere Not lindert und unsere geheimsten Wünsche erfüllt.

Magische Wesen und geheime Wünsche

Symbolbild Frieden: Ein Mädchen steht vor dem brandenburger Tor und hält ein Plakat fest, auf dem das Wort Krieg durchgestrichen ist

Wenn es magische Wesen gäbe, könnte man sich den Weltfrieden wünschen

Wäre es nicht zauberhaft, ja geradezu entzückend, wenn wir mit ein paar Drehungen des Zauberstabs und einem Simsalabim oder Hokuspokus all das, was uns gerade nervt, aus der Welt schaffen und das, was uns fehlt, herbeizaubern könnten? Wenn ein magisches Wesen, so wie man es aus Märchen kennt, ein Zauberer, eine Hexe, eine Fee oder ein Kobold, irgendein jemand, der etwas von Magie versteht, vorbeikäme und uns mit seiner oder ihrer Zauberkraft all das erfüllen könnte, was wir uns wünschen?

Wenn es sie denn gäbe, was würden wir uns wünschen? Ewiges Leben, die große Liebe, ein tolles Haus auf den Bahamas oder etwas ganz uneigennütziges – vielleicht den Weltfrieden? Aus Märchen und Fabeln weiß jeder ja nur zu gut, dass Wünsche gut überlegt sein sollten. Denn je nachdem an welches Zauberwesen man gerät, kann das Ganze auch nach hinten losgehen. Magie, diese geheimnisvoll wirkende und faszinierende Kraft, hat so ihre Tücken und muss gelernt sein. Harry-Potter-Fans werden wissen, wovon hier die Rede ist. Jungmagier beherrschen erst nach und nach ihre Zauberkraft. Wer will schon, dass er sich längere Beine wünscht und sich plötzlich als Giraffe wiederfindet? Niemand!

Zauber oder Illusion, das ist die Frage

Ein Magier steht auf der Bühne, hält einen Zauberstab und unter ihm schwebt eine Frau

Alles nur ein fauler Zauber?

Aber gibt es Magie denn überhaupt? Oder ist alles nur Illusion, ein fauler Zauber, ein Schwindel, wie es uns die modernen Magier weismachen? Gibt es bei allen Zaubereien einen doppelten Boden? Oder gibt es tatsächlich Meister der Magie?

Existieren Menschen, die dank übernatürlicher Kräfte, Zaubersprüchen, Beschwörungen oder wilden Zaubertrankmixturen eine Veränderung in der Welt hervorrufen können, die es sonst nicht gegeben hätte? Gibt es Feen, mit glitzernden Flügeln, die uns mit Feenstaub und Zauberstab drei Wünsche erfüllen können?

Bezaubern und verzaubern im Alltag

Symbolbild: Eine Frau tuscht sich die Wimpern

Welche Frau wünscht sich nicht, bezaubernd auszusehen

Im Alltag, vor allem wenn uns jemand mehr Aufgaben gibt, als wir meistern können, betonen wir nur allzu gerne, dass wir nicht zaubern oder nicht hexen können, also nichts Unmögliches möglich machen können. Und trotzdem wünschen wir uns immer wieder, dass es da mehr gibt als das Irdische, das wir verstehen können. Wir wünschen uns magische Momente, die uns ewig in Erinnerung bleiben.

Oder wir wünschen uns bezaubernd auszusehen und vielleicht dadurch unseren auserwählten Menschen für immer zu verzaubern – ihn so für uns zu begeistern, als stände er oder sie unter dem Einfluss eines starken Zauberspruchs. Solange es sich um weiße Magie handelt, ist ja alles gut. Schlecht sieht es aus, wenn schwarze Magie, die böse Seite der Zauberei, im Spiel ist, wenn jemand einer Person einen Fluch anhängt oder Schmerzen zufügt.

Die Magie des Wissens

Mathematikstudent Symbolbild

Ein wenig Lehre und Studium schaden nicht auf dem Weg zur Magie

Magier ist nicht gleich Magier. Früher schon stellte sich heraus, dass die sogenannten Magier, Kräuterhexen und Medizinmänner eigentlich ganz normale Menschen waren, die besonders bewandert im Umgang mit der natürlichen Heilkraft – also einfach gebildeter als die anderen waren, weil sie ein besonderes Fachgebiet erlernt hatten. Das klingt jetzt so gar nicht nach geheimen Mächten, Zauberstäben und Simsalabim, sondern eher nach Studium und Bücher wälzen.

Der Gedanke, dass Magie erlernt werden muss, ist aber gar nicht so weit hergeholt. Der Begriff „Magie“, der vom lateinischen magia beziehungsweise griechischen mageía stammt, bezeichnet nicht nur die geheime Kunst, sich übersinnliche Kräfte dienstbar zu machen, sondern auch die Lehre der Zauberer.

„Hokuspokus Fidibus“ – ein Missverständnis

Symbolbild: Ein Zauberer mit blauem Spitzhut, den er in der Hand hält, einem Zauberstab und einem weißen Bart

Auch der Zauberer verwendet gern die Formel „Hokuspokus Fidibus“

Ein Zauberer war früher nicht der alte Mann mit spitzem Hut, weißem Bart und einem Umhang, wie wir ihn heutzutage oft in Filmen sehen. Bei vielen Völkern, etwa den Ägyptern und Persern, wurden Menschen, die sich unter anderem mit Wissenschaft, Philosophie, Astronomie auskannten, als Magier, als Weise, bezeichnet. Denn diese Gelehrten verfügten über Wissen, das über das Verständnis der ungebildeten Menschen hinausging.

Apropos ungebildet: Die Zauberformel Hokuspokus Fidibus kommt vom lateinischen „Hoc est corpus fidibus“, was übersetzt so viel bedeutet wie: „Dies ist der Leib für die Gläubigen“. Diese Formel wurde in der katholischen Kirche bei der sogenannten „Wandlung“ gesprochen. Dabei „verwandelt“ der Priester im Gottesdienst symbolisch Brot in den Leib Christi und Wein in dessen Blut. Da keiner der einfachen Bauern Latein verstand und nach gut drei Stunden Messe in der Weihrauch dunstigen Luft nur noch klar war, dass da etwas Unverständliches, Übernatürliches passiert, wurde Hokuspokus Fidibus zu einer Formel für all das, was über den Verstand hinaus geht.

Ein zauberhafter Schluss?

Leider ist damit jeder Zauber von der Zauberformel genommen. Trotzdem sollten wir uns den Glauben an etwas, dass wir nicht verstehen können, bewahren und mit offenen Augen durchs Leben gehen. Denn Zufälle gibt's, die gibt's nicht! Oder hat die kleine Fee vielleicht doch unsere Wünsche gehört und erfüllt, selbst wenn es mehr als drei waren?







Arbeitsauftrag
Analysiert in eurer Lerngruppe den Text. Welche Einstellung hat die Autorin zum Thema „Magie“? Glaubt sie daran, oder lehnt sie Magie grundsätzlich ab? Verfasst eine schriftliche Analyse und belegt eure Meinung mit Textbeispielen.

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