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Aktuell Europa

Hohn und Spott für griechische Pläne gegen Steuerbetrug

Unter dem Druck wachsender Finanznot ist Griechenland zu ungewöhnlichen Maßnahmen gezwungen. Selbst Touristen sollen dem Staat nun gegen Steuerbetrüger helfen - zur Belustigung von Opposition und Twittergemeinde.

In einem Brief an Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem schlägt der griechische Finanzminister Yanis Varoufakis vor, "eine große Zahl nicht professioneller Inspektoren" als Steuerfahnder einzusetzen. Studenten, Hausfrauen und sogar Touristen sollen nach einer "kurzen Ausbildung" im Alltag Beweise sammeln, die Schwarzarbeiter und Betrüger entlarven. Mit Kamera und Tonaufnahmegeräten ausgerüstet könnten die Amateur-Steuerfahnder künftig etwa festhalten, ob Tavernen, anders als vorgeschrieben, ihren Gästen keine Quittung ausstellen. Laut Varoufakis würde das dazu führen, dass "Verhaltensweisen sehr schnell geändert werden."

"Lächerlich" und rechtlich zweifelhaft

Der Vorschlag der griechischen Regierung sorgte bei der Opposition im Parlament und bei Internetnutzern für Spott. Die ehemaligen Regierungsparteien Nea Dimokratia und Pasok bezeichneten das Vorhaben als "lächerlich" und rechtlich zweifelhaft. Auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken machten sich Nutzer über die griechische Regierung lustig.

Am kommenden Montag werden die Euro-Finanzminister in Brüssel über die Reformvorhaben Griechenlands beraten. Damit will Athen unter anderem für höhere Steuereinnahmen sorgen. Schätzungen zufolge seien diese seit Anfang des Jahres um 50 Prozent eingebrochen. Neben dem Einsatz von Hobby-Steuerfahndern plant Tsipras' Regierung, säumige Steuerzahler mit Nachlässen bei Strafgebühren und mit Ratenzahlungen zu locken.

nin/sc (dpa, rtr, ape)

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