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Fußball

Hoher Sieg mit Schönheitsfehler

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft schafft im letzten Testspiel vor der Abreise zur WM nach Brasilien einen klaren Sieg gegen Armenien. Doch zu einem hohen Preis: Marco Reus verletzt sich und fällt für die WM aus.

Reus habe einen Teilriss des vorderen Syndesmosebandes oberhalb des linken Sprunggelenkes erlitten, teilte der DFB nach einer Kernspin-Untersuchung in der Mainzer Uniklinik mit. Am Samstagmittag dann die Mitteilung: Marco Reus falle für die WM aus. Bundestrainer Joachim Löw ersetzte den 25 Jahre alte Dortmunder wenige Stunden vor dem Abflug nach Brasilien durch Abwehrspieler Shkodran Mustafi.

Das Aus von Reus überschattet den DFB-Erfolg vom Freitag: Zehn Tage vor dem ersten Gruppenspiel gegen Portugal gewann die Elf von Bundestrainer Joachim Löw in Mainz gegen Armenien mit 6:1 (0:0). Erfolgreich für die deutsche Auswahl waren Andre Schürrle (52. Minute), Lukas Podolski (71.), Benedikt Höwedes (73.), Miroslav Klose (76.) und Mario Götze (82./89.). Den zwischenzeitlichen Ausgleich markierte der Dortmunder Henrich Mchitarjan per Foulelfmeter (69.).

Löw musste nach wie vor auf Torwart Manuel Neuer (Schulterverletzung) verzichten, aber auch die zuletzt angeschlagenen Bastian Schweinsteiger und Klose fehlten erneut in der Startelf. Zudem saß der zuletzt enttäuschende Mesut Özil erst einmal draußen. Er wurde in der Offensivzentrale von Toni Kroos vertreten. Dafür stand Kapitän Philipp Lahm nach überstandener Kapselverletzung wieder zur Verfügung. Den 30-Jährigen bot der Bundestrainer im defensiven Mittelfeld neben Sami Khedira auf. Jerome Boateng spielte erneut Rechtsverteidiger, Höwedes verteidigte auf der linken Seite.

Die Partie begann mit einigen Wacklern der deutschen Abwehr und einer Großchance der Gäste. Nach Vorlage von Mchitarjan stand Geworg Ghazarjan plötzlich völlig frei, traf den Ball aber zum Glück für die Deutschen nicht richtig (2.). Genauso erging es fünf Minuten später auf der anderen Seite Thomas Müller, der sich mit Marco Reus und Schürrle in der Spitze abwechselte. Die DFB-Auswahl war in der Folge bemüht, das Spiel dominant und in der Offensive flexibel zu gestalten. Auch wenn noch nicht alles klappte, ergaben sich durchaus gute Möglichkeiten. In der 9. Minute verzog Schürrle aus kürzester Distanz nach Lahm-Flanke per Kopf. Kurz darauf spielte Müller Reus sehenswert frei, den Schuss des Dortmunders kratzte Hrajr Mkojan gerade noch von der Linie. In der 45. Minute kam Reus in einem Zweikampf zu Fall, blieb zunächst liegen, wurde behandelt und humpelte dann vom Feld. Der Dortmunder war umgeknickt, und wurde durch Podolski ersetzt. Noch während des Spiels wurde er mit bandagiertem Knöchel zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren.

Steigerung in Halbzeit zwei

Nach der Pause kam Özil für Lahm und das Spiel war ein anderes als in Halbzeit eins: Die deutsche Mannschaft kam engagiert aus der Kabine mit deutlich mehr Zug zum Tor. Schon nach sieben Minuten wurde sie durch ein schönes Tor von Schürrle belohnt. Podolski passte von der linken Seite zielgenau auf den Ex-Mainzer, der den Ball gekonnt aus rund fünf Metern mit der Hacke über die Linie beförderte. Mit der Führung im Rücken lief der Ball noch besser als zuvor. In der 58. Minute brachte Löw Schweinsteiger für Khedira. Und es gab weitere Chancen: Boateng hämmerte den Ball in der 63. Minute knapp über den Kasten. Zwei Minuten später traf Özil den Pfosten, das Selbstvertrauen der Deutschen wuchs weiter.

Deutschlands Thomas Müller (r.) und Armeniens Hrayr Mkoyan (l.) kämpfen um den Ball (Foto: Andreas Gebert/dpa)

Einsatz und Kampfgeist: Thomas Müller (r.)

Dann nutzte Löw das Testspiel zu weiteren Wechseln: In der 67. Minute kam Kevin Großkreutz für Boateng, Klose für Müller, und dann ging es Schlag auf Schlag: Nur eine Minute später foulte Großkreutz den Armenier Mchitarjan. Den fälligen Strafstoß verwandelte der Gefoulte selbst zum 1:1, Keeper Roman Weidenfeller war machtlos. Die prompte Antwort gab Podolski auf Zuspiel von Özil, es stand 2:1 für Deutschland. Das 3:1 steuerte Höwedes bei, die Flanke kam von Schweinsteiger. In der 74. Minute ging das Wechselkarussell weiter, Schürrle verließ den Platz, Mario Götze kam. Und wieder nur zwei Minuten später sorgte Klose auf Flanke von Podolski für das 4:1. Damit ist Klose der alleinige deutsche Rekordtorschütze, mit 69 Treffern löste er Gerd Müller ab. Auch Götze zeigte noch seine Torgefährlichkeit: Zunächst durch das 5:1 nach Zuspiel von Podolski und schließlich durch den Treffer zum 6:1-Endstand. Der erhoffte hohe Sieg war perfekt.

Nach dem Schlusspfiff freute sich Klose im ZDF: "Es ist faszinierend. Es war natürlich mein großes Ziel, heute beim Heimspiel ein Tor zu machen und uns so nach Brasilien zu verabschieden." Man habe viel Bewegung, ein gutes Passspiel und viel Drang in den 16-Meter-Raum gezeigt, gab sich der Stürmer zufrieden. "Deswegen sind wir belohnt worden." Betont zurückhaltend gab sich der Bundestrainer im ZDF: "Man hat gemerkt, dass wir heute nach zwei freien Tagen insgesamt frischer waren und das Tempo in der zweiten Halbzeit nochmals erhöhen konnten. Aber ich glaube, dass wir schon noch ein paar Tage Training in Brasilien brauchen." Man werde sich an die Temperaturen gewöhnen und dann werde man nochmal versuchen, einen weiteren Schritt nach vorne zu machen, sagte Löw. Die DFB-Auswahl fliegt am Samstag (07.06.2014, 22 Uhr MESZ) von Frankfurt am Main nach Salvador und von dort weiter zum Quartier "Campo Bahia" in Porto Seguro. Das erste Gruppenspiel bei der WM findet am 16. Juni in Salvador gegen Portugal statt.

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