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Aktuell Asien

Hohe Zahl unterernährter Kinder in Afghanistan

Mehr als die Hälfte aller Jungen und Mädchen unter fünf Jahren bekommt laut Regierung und Weltbank nicht genug zu essen. Betroffen sind ausgerechnet die Gebiete am Hindukusch, die als relativ friedlich gelten.

Trotz der Milliarden-Hilfen für Afghanistan gibt es in dem Land am Hindukusch eine besonders hohe Zahl an unterernährten Kindern. Wie die Weltbank und die afghanische Regierung in einem in Kabul veröffentlichten gemeinsamen Bericht beklagten, muss darunter mehr als die Hälfte aller afghanischen Kinder unter fünf Jahren leiden. Die ausländischen Hilfen seien "unverhältnismäßig stark" in jene afghanischen Provinzen geflossen, in denen es besonders heftige militärische Konflikte gegeben habe, stellte die Weltbank-Direktorin für Afghanistan, Josephine Bassinette, fest.

Der Bericht zeige auf, dass "die Armut und Unterversorgung in den friedlicheren Provinzen stärker ausgeprägt" seien, sagte Bassinette. Der afghanische Wirtschaftsminister Abdul Hadi Argandiwal ergänzte, es sei "schockierend", wenn auf diese Weise das Leben "der Verwundbarsten" auf Spiel gesetzt werde. Mit Hilfe der internationalen Gemeinschaft wolle die Regierung in Kabul jedoch für die Armen Versorgungssicherheit gewährleisten.

Deutsche Experten nehmen Arbeit wieder auf

Afghan protesters hold rocks during a protest near a U.S. military base in Kabul February 22, 2012. Several people were wounded on Wednesday, witnesses said, when shots were fired as hundreds of angry Afghans gathered in a second day of violent clashes after copies of the Koran, Islam's holy book, were burned at NATO's main base in Afghanistan. REUTERS/Ahmad Masood (AFGHANISTAN

Wegen der Proteste gegen die Koran-Verbrennung hatten die Experten Afghanistan verlassen

In Afghanistan nahmen unterdessen rund 30 zivile deutsche Experten ihre vor gut einer Woche ausgesetzte Tätigkeit in Regierungsstellen wieder auf. Das teilte der Staatssekretär im Bundesentwicklungsministerium, Hans-Jürgen Beerfeltz, in Berlin mit. Am 26. Februar hatten westliche Länder ihrer Berater aus afghanischen Behörden und Ministerien wegen der Unruhen nach den Koran-Verbrennungen abgezogen. Im Zuge der Proteste waren im Kabuler Innenministerium zwei amerikanische Militärberater ermordet worden.

Beerfeltz empfing den afghanischen Finanzminister Omar Sachilwal zu zweitägigen Verhandlungen. Dabei geht es um bis zu 240 Millionen Euro Entwicklungshilfe in diesem Jahr. Wie bereits 2011 soll das Geld in mehreren Tranchen freigegeben werden, die von der Umsetzung weiterer demokratischer Reformen in Afghanistan abhängen. Die deutsche Hilfe konzentriert sich auf Wirtschaftsentwicklung, Bildung, Energie- und Trinkwasserversorgung sowie verantwortliches Regierungshandeln.

Mehr deutsches Engagement gewünscht

Minister Sachilwal sagte mit Blick auf die Verhandlungen mit der Bundesregierung, die afghanische Regierung wünsche, dass Deutschland sich in mehr Provinzen engagiere. Bisher gehen zwei Drittel der deutschen Hilfszusagen in den Norden Afghanistans. Zugleich rief Sachilwal deutsche Unternehmen dazu auf, sich mehr für sein Land zu interessieren. Besonders im Wettbewerb um die Bodenschätze seien bisher keine deutschen Firmen vorstellig geworden. Das Bundesentwicklungsministerium stellte deshalb ein Buch mit dem Titel "Wirtschaftsstandort Afghanistan" vor, mit dem Unternehmen zu einem stärkeren Engagement bewegt werden sollen. Die "verbreitete Schwarzmalerei" zu Afghanistan führe leider auch zu einer "unbegründeten Zurückhaltung" privater Unternehmer, sagte Beerfeltz.

Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière absolviert derzeit einen Besuch bei der Bundeswehr im Norden Afghanistans. Dabei informierte er sich unter anderem in zwei Außenposten in der Provinz Baghlan südlich von Kundus über die Sicherheitslage.

sti/hp (dpa, afp, epd)

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