Hohe Rauchsäulen über Vulkan Agung auf Bali | Aktuell Asien | DW | 26.11.2017
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Natur und Umwelt

Hohe Rauchsäulen über Vulkan Agung auf Bali

Seit Wochen rumort es über Balis Heiligtum: Der Vulkan Mount Agung ist aktiv und stößt kilometerhohe Rauchsäulen aus. Die Bevölkerung wurde in Sicherheit gebracht.

Ein seit Wochen rumorender Vulkan auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali bleibt weiter aktiv. Die Rauchsäule über dem Gipfel des Mount Agung habe inzwischen eine Höhe von mindestens 4000 Metern erreicht und bewege sich südöstlich in Richtung der nahe gelegenen Urlaubsinsel Lombok, sagte ein Sprecher der Nationalen Katastrophenschutzbehörde. Auf Straßen, Häuser und Autos in der Nähe des Agung im Nordosten der Insel regnete Asche nieder. Die staatliche Nachrichtenagentur Antara veröffentlichte Fotos, auf denen ein Magma-Strom zu sehen war. Die Anwohner in einem Umkreis von 7,5 Kilometern wurden aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen, etwa 25.000 Menschen wurden in gut 200 Notunterkünften untergebracht. Die indonesische Katastrophenschutzbehörde erklärte, Bali sei aber abgesehen von der 7,5 Kilometer-Zone rund um den Vulkan weiterhin sicher. Die offizielle Warnstufe wurde wegen der anhaltenden Eruption auf die höchste Stufe heraufgesetzt. 

Flugausfälle und Verspätungen

Wie ein Flughafensprecher der besonders bei Australiern beliebten Urlaubsinsel mitteilte, bleibe der internationale Flughafen Ngurah Rai in der Inselhauptstadt Denpasar für Starts und Landungen weiter geöffnet. Die Entscheidung, ob die Flüge von und nach Bali starteten oder landeten, sei von den einzelnen Airlines abhängig, sagte Balis Flughafensprecher. Die die indonesische Fluglinie Garuda Indonesia teilte mit, sie habe für Sonntag 18 Flüge von und nach Lombok gestrichen. Nach Angaben des britischen Sender BBC ist auf Lombok der Flughafen komplett geschlossen worden. In der dort gelegenen Stadt Mataram sei nach Behördenangaben bereits Ascheregen heruntergegangen. 

Schon am späten Samstagabend und Sonntagmorgen kam es bei 28 Starts und Landungen auf Bali bei den Fluggesellschaften Qantas, Jetstar und Virgin sowie KLM und AirAsia zu Unregelmäßigkeiten. Betroffen waren die Ankünfte und Abflüge von und nach Städten in Australien, den Niederlanden oder Malaysia. Etwa 2000 Reisende waren von den Ausfällen betroffen, viele wollten zurück nach Australien. Die australische Billigfluggesellschaft Jetstar teilte mit, dass die Piloten die Bedingungen in Bali prüften, um einen sicheren Flug zu garantieren.

Indonesien Bali Ausbruch des Vulkans Mount Agung (Foto: picture-alliance/NurPhoto/K. Widiatmika)

Schon vor Tagen wurden 140.000 Menschen in Sicherheit gebracht

Am Dienstag hatte der Vulkan eine bis zu 700 Meter hohe Rauchsäule ausgestoßen. Aus Angst vor einem Ausbruch flohen rund 140.000 Menschen, viele kehrten aber später wieder in ihre Häuser zurück. Der Chef des Vulkanzentrums rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren. Der Berg stoße zwar weiterhin Rauch aus, aber bislang habe es keine große Eruption gegeben.

Beliebtes Touristenziel

Mitte September hatten alle Anzeichen auf einen unmittelbar bevorstehenden Ausbruch des Mount Agung hingedeutet, daraufhin riefen die Behörden am 22. September die höchste Warnstufe aus. Über 130.000 Menschen flohen damals aus ihren Dörfern im näheren Umkreis des Vulkans und suchten Unterschlupf in Notunterkünften. Doch die Aktivität des Mount Agung ließ anschließend nach. Der Vulkan liegt etwa 75 Kilometer vom Urlaubsort Kuta entfernt. Jährlich besuchen Millionen Touristen die Insel. Der 3031 Meter hohe Vulkan war zuletzt in den Jahren 1963 und 1964 ausgebrochen, mehr als 1600 Menschen kamen damals ums Leben.

sam/as (AFP, dpa)

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