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Frankreich

Hohe Haftstrafen für Mitglieder französischer Dschihadistenzelle

Mehrere Mitglieder einer in Frankreich zerschlagenen Islamistenzelle sind von einem Pariser Gericht mit Haftstrafen von bis zu 28 Jahren bestraft worden.

Frankreich Prozess gegen die Dschihadistenzelle Cannes-Torcy (Getty Images/AFP/J. Demarthon)

Die Anklagebank beim Prozessauftakt war mit kugelsicherem Glas geschützt (Archivbild)

Ein Anti-Terror-Tribunal in Paris hat 18 der insgesamt 20 Angeklagten teilweise zu hohen Haftstrafen verurteilt, zwei wurden freigesprochen. Die Männer waren Mitglieder der berüchtigten Islamistenzelle "Cannes-Torcy". Sie mussten sich für einen Anschlag auf ein jüdisches Geschäft im Pariser Vorort Sarcelles vor fünf Jahren verantworten.

Damals war es nur einem Zufall zu verdanken, dass es keine Opfer ab. Die Granate, die zwei maskierte Männer in das Ladenlokal geworfen hatten, konnte ihre tödliche Zerstörungskraft nicht entfalten, weil sie unter unter einen Einkaufswagen rollte. Die höchste Haftstrafe von 28 Jahren entfiel auf den Mann, der den Sprengkörper geworfen hatte. Der mutmaßliche Anführer der Gruppe war später beim Versuch seiner Festnahme in Straßburg getötet worden.

Urteil soll ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen

Außerdem wurde den Männern zu Last gelegt, weitere Anschläge geplant und sich islamistischen Gruppen in Syrien angeschlossen zu haben. Die Anklage forderte eine "exemplarische Bestrafung" der Zelle, die nach dem Herkunftsort ihrer Mitglieder benannt ist und lange Zeit als Frankreichs gefährlichstes Islamisten-Netzwerk galt. Ihr getöteter Anführer Jeremie Louis -Sidney sei bekannt gewesen für seinen "siedenden Hass" von Juden. 

Frankreich wird seit mehreren Jahren von einer beispiellosen islamistischen Terrorwelle erschüttert. Es kamen dabei fast 240 unschuldige Menschen ums Leben.

bri/myk (afp, dpa)