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Eishockey-WM

Hohe Erwartungen an den WM-Gastgeber

Die Spannung steigt, Deutschlands Eishockey-Nationalteam fiebert dem WM-Start am Freitag entgegen. Der Kader scheint in diesem Jahr außerordentlich gut besetzt. Die Erwartungen und der Druck sind dementsprechend hoch.

"Alles ist möglich", sagt NHL-Routinier Dennis Seidenberg und Stürmer Felix Schütz meint: "Niemand erwartet, dass wir Weltmeister werden, aber es wäre schon toll." So selbstbewusst haben sich deutsche Eishockey-Nationalspieler vor einer Weltmeisterschaft selten geäußert. Allerdings waren auch die Vorzeichen wohl noch nie so gut, wie vor der Heim-Weltmeisterschaft, die für das DEB-Team am Freitagabend mit der Partie gegen die USA beginnt. Jetzt muss die stark besetzte deutsche Auswahl nur noch die eigenen Ansprüche und hohen Erwartungen der Fans erfüllen. Leichter gesagt als getan, doch auch ohne den in dieser Saison zum NHL-Star aufgestiegenen Leon Draisaitl, der mit den Edmonton Oilers noch in den Playoffs der nordamerikanischen Profiliga beschäftigt ist, fühlt sich das Team von Bundestrainer Marco Sturm zu allem bereit.

Mit dem 35 Jahre alten Seidenberg, immerhin Stanley-Cup-Sieger von 2011, ist einer von aktuell drei Profis aus der besten Liga der Welt im deutschen Aufgebot, zwei weitere - womöglich sogar Draisaitl - sollen noch folgen. "Die NHL-Spieler machen einen großen Unterschied. Wir sind gut besetzt", sagt Kapitän Christian Ehrhoff. Der beste Verteidiger der abgelaufenen DEL-Saison, Konrad Abeltshauser, meint sogar: "Der Kader ist wahnsinnig stark." Stark genug, um den Coup der bislang letzten Heim-WM 2010 zu wiederholen? Damals wurde Deutschland sensationell Vierter und stand im Halbfinale beim 1:2 gegen scheinbar übermächtige Russen schon mit einem Bein im Finale. "Ja, das wäre nicht schlecht", sagt selbst Bundestrainer Sturm, der seit seiner überraschenden Amtsübernahme 2015 wieder für Begeisterung rund ums Nationalteam gesorgt hat.

Mehr Qualität und Identifikation dank Sturm

Seit der erst 38 Jahre alte deutsche NHL-Rekordspieler Bundestrainer ist, sind die Zeiten zahlloser Absagen deutscher Leistungsträger für WM-Turniere vorbei. Selbst alle verfügbaren NHL-Spieler steigen sofort in den Flieger, wenn Sturm ruft. "Marco war schon immer ein Vorbild für mich. Man sieht ihn immer noch als Respektsperson", sagte etwa Seidenberg, der zum ersten Mal seit neun Jahren wieder an einer WM teilnimmt.

Eishockey Nationalmannschaft Testspiel Deutschland - Lettland (picture-alliance/City-Press)

Unter Marco Sturm kommen die besten deutschen Spieler wieder gerne zum Nationalteam und zur WM

Mit der gestiegenen Qualität im Kader ging es zuletzt auch sportlich wieder aufwärts: Bei seiner ersten WM als Trainer führte Sturm die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) im vergangenen Jahr zum ersten Mal seit 2011 wieder in ein Viertelfinale. Im September folgte die ersehnte Rückkehr zu Olympia mit der besten deutschen Auswahl seit Jahrzehnten bei der Qualifikation in Lettland. Damals standen sieben NHL-Cracks in Riga für Deutschland auf dem Eis.

"Meine Mannschaft hat mich verwöhnt mit der tollen WM in Russland und der Olympia-Quali. Das Ziel muss sein, daran anzuknüpfen und einen Schritt nach vorn zu gehen", sagte Sturm nun und schürt damit selbst die hohen Erwartungen: "Wir sind noch lange nicht am Ende." Doch Sturm weiß: Der Druck bei einer Heim-WM und bei diesem Kader kommt von ganz allein. "Das ist unsere Herausforderung, das zu kontrollieren. Motivieren muss ich keinen", sagt der Bundestrainer.

Schwerer Auftakt

Köln, Lanxess Arena Kölner Haie - EHC Red Bull München (picture-alliance/M. Volkmann)

Die Fans in der Kölner Arena sollen das Team antreiben

Das Publikum in Köln soll sein Team ähnlich nach vorne pushen wie 2010. "Die Euphorie, die sich entwickelt, gibt einem immer noch mal eine paar Prozentpunkte Extra-Kraft", gesteht Ehrhoff, und DEL-Top-Torjäger Patrick Reimer ergänzt: "Man muss das als positiven Druck ansehen. Es wird Zeit, dass es losgeht." Doch das Auftaktprogramm der Deutschen hat es in sich: Nach den USA spielen sie gegen Schweden und Russland.

Alle Partien der Gruppe A, in der auch die DEB-Auswahl spielt, finden in Köln statt. Parallel werden die Spiele der Gruppe B mit Co-Gastgeber Frankreich in Paris abgehalten. In der Vorrunde werden die Viertelfinalteilnehmer und die Absteiger ermittelt. Die jeweils vier Gruppenbesten ziehen in die K.o.-Runde ein, die beiden insgesamt schlechtesten Mannschaften steigen direkt ab. Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich. Nur Dänemark kann als Gastgeber der kommenden WM nicht absteigen. Das Finale findet am 21. Mai in Köln statt.

asz/sw (dpa, sid)

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