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Wirtschaft

Hoffnungsschimmer am Himmel

Frohlocken in der Krise: Die europäische Luftfahrtindustrie steht besser da als befürchtet. Auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung ILA 2002 in Berlin herrscht Optimismus.

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Doppeldecker in den Lüften: der Stolz von Airbus Industries

Bundeskanzler Gerhard Schröder und die deutsche Luft- und Raumfahrtindustrie waren sich einig: Mit der Luftfahrt geht es trotz aller Schwierigkeiten bald aufwärts. Die Einbrüche nach den Anschlägen vom 11. September hätten die Industrie stark getroffen, aber die Perspektiven der Branche sind mittel- und langfristig gut, Schröder am Montag (5.5.2002) bei der Eröffnung der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung 2002 (ILA) in Berlin-Schönefeld. Der Optimismus für die mittlere und ferne Zukunft sei vor allem durch konkrete Zukunftsprojekte gerechtfertigt, sagte Rainer Hertrich, Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI). Der Produktionsbeginn des doppelstöckigen Airbus A380 und des Militärtransporters A400M gehörten dazu.

Gefüllte Auftragsbücher bei Airbus

Airbus A400 M

Die europäische Airbus Industries hat die Luftfahrtkrise nach den Terroranschlägen des 11. September 2001 deutlich besser überstanden als erwartet. Der französische Airbus-Chef Noel Forgeard erwartet, dass in diesem Jahr trotz der noch nicht ganz überwundenen Krise rund 300 Flugzeuge ausgeliefert werden. Auf der ILA stellen 1067 Aussteller aus 40 Ländern bis zum 12. Mai Produkte und Dienstleistungen rund um die Luft- und Raumfahrt aus. Das sind 13 Prozent mehr als bei der letzten Messe vor zwei Jahren. Die Beteiligung gilt als Rekord, war sie doch in dieser Höhe nicht erwartet worden.

Segelflugtechnik made in Germany

Auch das riesige Segelflugzeug eta erregte in Berlin Aufsehen. Der griechische Buchstabe eta ist in der Sprache der Technik das Symbol für den höchsten Wirkungsgrad. Die eta ist das größte und leistungsfähigste Segelflugzeug der Welt. Mit einer Spannweite von 30,90 Metern übertrifft es Boeing 717 um 2,45 Meter. Diese bietet immerhin 129 Passagieren Platz. Beim Abflug darf der Zweisitzer maximal 950 Kilo wiegen. Die eta wurde auf der ILA von dem 79 Jahre alten deutschen Weltrekordflieger Hans-Werner Grosse aus Lübeck vorgestellt. Der Segelflieger ist über 250 km/h schnell. "Interessenten für das Flugzeug gibt es schon jetzt mindestens ein Dutzend", sagte Grosse in Berlin. Dafür brauchen sie genügend Geld: Der Preis der eta wird weit über 500.000 Euro liegen. Das ist rund das Zehnfache eines durchschnittlichen Segelflugzeugs.

Gleiter statt Raketen

Neben eta und dem Produktionsstart des Airbus A380 und des A400M standen das europäische Satelliten-Navigationssystem Galileo sowie der Projektstart für den unbemannten Raumgleiter Phoenix im Mittelpunkt der Berliner Luftfahrtschau.

Phoenix

Ein Modell des Gleiters, mit dem später Satelliten in den Weltraum gebracht werden sollen, ist auf der ILA bereits zu sehen. Phoenix, der von der Raumfahrtorganisation Astrium entwickelt wird, soll noch in diesem Jahr gebaut werden. Der sieben Meter lange und 1200 Kilogramm schwere Raumgleiter mit einer Spannweite von 3,80 Metern soll eine neue Ära in der Weltraumtechnik einläuten. Gegenwärtig werden Satelliten meist mit Raketen in den Weltraum geschossen – ein teures Unterfangen. Der unbemannte Raumgleiter ähnelt den US-Raumfähren und soll nach dem Aussetzen eines Satelliten ferngesteuert zur Erde zurückkehren. Mitte 2003 soll der erste Probeflug stattfinden. Doch ist Phoenix nur die Vorstufe für "Hopper". Laufen die Tests mit Phoenix erfolgreich, wird darauf aufbauend die Satellitenfähre "Hopper" entstehen. Sie soll eine Größe von etwa 50 Metern haben und von 2015 an Satelliten ins All bringen. (dk)

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  • Datum 11.05.2002
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