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Kultur

Hoffnung im Kampf gegen Malaria

Über zwei Millionen Menschen sterben pro Jahr an Malaria. Können neue Kombinationstherapien helfen? Ein neues Präparat verspricht zumindest Resistenzen zurückzudrängen.

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Millionenfach tödlich: Der Sich der Anopheles-Mücke

Die WHO bezeichnet Malaria, HIV und Tuberkulose als die größten Herausforderungen für das Gesundheitswesen. An Malaria erkranken pro Jahr rund 500 Millionen Menschen, meist aus den ärmsten Ländern der Welt.

Neue Chance Kombinationsmedikamente

Eine Kombinationstherapie könnte in der Entwicklung von neuen pharmazeutisch aktiven Verbindungen für die Malaria-Therapie mehr und mehr eine Rolle spielen. Es ist eine lang bekannte Idee, die aber in Chemie und Pharmazie erst in den letzten Jahrzehnten stärker ins Gespräch kam: dass man aus verschiedenen Familien von Stoffen, die sich ähnlich sind, neue Kombinationen erzeugen kann. Der Reiz an dieser Idee ist, dass die Verbindungen alle bekannt und getestet sein können, dass aber gerade die Kombination aus zwei bekannten Verbindungen neue Reaktivität und neue Aktivität gegen Krankheiten erzeugen kann. Die Forschung geht davon aus, dass jedes Jahr viele Millionen Menschen von dieser Therapie profitieren könnten. "Auf diese Art und Weise könnte man ohne stofflich vollkommen neue Verbindungen herzustellen, durch Kombinationen wieder neue Effekte erzielen und gerade Resistenzprobleme vielleicht zurückdrängen", sagt Prof. Axel Griesbeck vom Institut für Organische Chemie der Universität Köln.

Endlich preiswert

Mit Artemisia annua gegen Malaria

Mit "Artemisia annua" gegen Malaria: Forscher im Institut Mediplant in Conthey, Schweiz.

Mitte dieses Jahres bringt der französische Pharmakonzern Sanofi-Aventis gemeinsam mit der von "Ärzte ohne Grenzen" gegründeten Stiftung Drugs for Neglected Diseases Initiative (DNDi) ein günstiges Malaria-Mittel auf den Markt. Bisher waren Medikamente zur Bekämpfung von Malaria relativ teuer. Das billigste Mittel kostete 2,50 Dollar pro Behandlung.

Das neue Medikament ACT ist so ein Kombinationspräparat - und soll in Zukunft nur noch einen Dollar kosten. Es beruht zum einen auf bekannten künstlich hergestellten Malaria-aktiven Verbindungen, zum anderen auf dem Naturstoff Artemisinin. Das Beifuss-Gewächs Artemisia annua wird seit über 2000 Jahren in der chinesischen Medizin verwendet. Die Kombination aus den beiden Stoffen ergebe für sich schon problematische Verbindungen, sagt Axel Griesbeck.

Malaria Verbreitung Grafik Weltgesundheitsorganisation WHO Karte 2003

Der Pharmakonzern verzichtet diesmal auf den Patentschutz und hofft damit sein Image in der Öffentlichkeit aufzubessern. Das Abkommen zwischen Sanofi-Aventis und der Stiftung DNDi sieht vor, dass der französische Pharmakonzern für etwa sieben Millionen Euro jährlich die Herstellung und den Vertrieb von ACT übernimmt.

Die kleine Revolution

Die Ankündigung gleicht einer kleinen Revolution, denn die Pharmaindustrie hat bisher die Malaria-Forschung eher vernachlässigt. Malaria ist eben kein wirklich attraktives Geschäft, wie andere Erkrankungen, die in entwickelten Ländern auftreten. Was auch sein Gutes hat, meint Griesbeck: "Deswegen haben sich viele Gruppen an Universitäten damit beschäftigt und auch die Weltgesundheitsorganisation WHO fördert diese Forschung sehr stark."

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