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Kultur

Hoffnung im Kampf gegen die Fliege

Jedes Jahr infizieren sich bis zu 500.000 Menschen mit der Schlafkrankheit. Nun zeigt sich ein Hoffnungsschimmer: Radioaktive Bestrahlung soll den Überträger der Krankheit – die Tsetsefliege – unfruchtbar machen.

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An der Schlafkrankheit sterben sowohl Menschen als auch Tiere

Im Kampf gegen die vor allem in Afrika grassierende Schlafkrankheit setzen die Experten auf ein neues Mittel: eine Strahlentherapie zur Sterilisierung der männlichen Tsetsefliegen. Wissenschaftler sehen darin die bislang vielversprechendste Methode, die Krankheit unter Kontrolle zu bringen. Unterstützt wird das Vorhaben unter anderem von der Organisation für Afrikanische Einheit (OAU), der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) und der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA).

Erfolgreicher Testlauf auf Sansibar

Tsetsefliege

Tsetsefliege

"Nur diese Methode kann wirklich die letzte Fliege vernichten", sagt Peter Salema, Sprecher der gemeinsamen Projektgruppe der FAO und IAEA. "Afrikanische Staatschefs schöpfen wieder Hoffnung, dass wir uns die Ausrottung als Ziel setzen können." Ein Testlauf auf der tansanischen Insel Sansibar im Jahr 1997 verlief bereits erfolgreich. Dabei züchteten Forscher tausende männliche Tsetsefliegen, die die Krankheit auf Menschen und Tiere übertragen und sterilisierten sie mit radioaktiver Strahlung. Anschließend wurden die in der Natur lebenden Fliegen mit Insektenvernichtungsmitteln dezimiert und die sterilen Tiere in großer Zahl ins Freie entlassen. Dort konkurrierten sie mit den vorhandenen Männchen um die weiblichen Fliegen. Nachdem wöchentlich weitere sterilisierte Tiere ausgesetzt wurden, war Sansibar nach eineinhalb Jahren fliegenfrei.

Wissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass die Ausrottung der Fliegenart in weniger abgeschiedenen Gebieten schwieriger zu erreichen sei. Dort bestehe das Risiko, dass Fliegen aus bislang unbehandelten Zonen einwandern könnten. Da sich Tsetsefliegen nur langsam vermehrten, sei es zudem schwierig, ausreichend viele zu züchten, um große Gebiete entsprechend behandeln zu können.

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