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Aktuell Welt

Hoffnung im Kampf gegen den Hunger

Der Hunger könne "noch zu unseren Lebzeiten" besiegt werden, meinte FAO-Chef da Silva. Entscheidend seien dabei die Investitionen in die Landwirtschaft, vor allem bei Kleinbauern, so der Welthungerbericht 2015.

Die Zahl der hungernden Menschen in der Welt ist nach dem jüngsten UN-Bericht weiter gesunken. Dennoch haben immer noch etwa 795 Millionen Menschen - das ist ungefähr jeder Neunte auf der Welt - nicht genug zu essen, wie aus dem Welthungerbericht 2015 von drei UN-Ernährungsorganisationen hervorgeht, der in Rom präsentiert wurde. Zu Beginn der 1990er Jahre habe die Zahl bei mehr als einer Milliarde hungernder Menschen gelegen.

Grund für die positive Entwicklung seien unter anderem eine produktivere Landwirtschaft und das Wirtschaftswachstum in Ländern wie China. Die meisten unterernährten Menschen lebten in Asien und Afrika. Den Bericht stellten die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO), das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) und der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) vor.

Chef der UN-Ernährungsorganisation FAO: José Granziano da Silva (foto: afp)

Chef der UN-Ernährungsorganisation FAO: José Granziano da Silva

"Wir müssen die Generation sein, die den Hunger besiegt", erklärte FAO-Generaldirektor José Graziano da Silva. Dieses Ziel müsse bei allen politischen Entscheidungen berücksichtigt werden und "essentieller Teil der neuen Agenda für nachhaltige Entwicklung sein, die dieses Jahr aufgestellt wird", verlangte der Brasilianer.

In einem Interview der Deutschen Presse-Agentur hob da Silva Ghana als beispielhaft hervor. Dessen Investitionen im Agrarsektor hätten sich ausgezahlt: Die Häufigkeit der Unterernährung sei um 47 Prozent auf unter fünf Prozent der Bevölkerung gefallen. "Solche Länder geben uns allen Inspiration", so der begeisterte Agrarwissenschaftler.

Auch IFAD-Präsident Kanayo F. Nwanze hob die Bedeutung von Investitionen in die ländlichen Gebiete von Entwicklungsländern hervor, weil dort die meisten Armen und Hungernden der Welt lebten. "In ländlichen Gemeinden müssen gute Arbeitsplätze, gute Lebensbedingungen und gute Zukunftschancen für die Bewohner entstehen, nur so können sich Länder nachhaltig entwickeln", sagte Nwanze.

Hunger, weil Staaten zerfallen

Nach der UN-Analyse verhinderten die globale Wirtschaftslage der letzten Jahre sowie extreme Wetterbedingungen, Naturkatastrophen, aber auch politische Instabilität und bewaffnete Konflikte, dass die für das Jahr 2015 gesetzten Ziele zur Ernährungssicherung vollends erreicht werden konnten. 24 afrikanische Länder sind demnach heute von Nahrungskrisen betroffen, das sind doppelt so viele wie im Jahr 1990. Jeder fünfte Hungernde lebt in einem Krisengebiet mit schwachen oder fehlenden Regierungsstrukturen.

In Krisenländern leiden laut dem Bericht mehr als drei Mal so viele Menschen wie anderswo unter Hunger. Schon im Jahr 2012 waren das 129 Millionen, ein Fünftel aller Hungernden weltweit. Die größten Fortschritte wurden in Südostasien, Lateinamerika, der Karibik und Teilen Afrikas erzielt.

SC/kle (afp, dpa, FAO)

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