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Syrien-Konflikt

Hoffnung auf neue Genfer-Syriengespräche

Während in Aleppo die Schlacht tobt, wollen russische und amerikanische Diplomaten eine Wiederaufnahme der Syriengespräche anbahnen. Es könnte ein Hoffnungsschimmer in dem blutigen Konflikt sein.

Ungleicher Kampf: Während Kämpfer der Rebellen auf Motorräder angewiesen sind, kämpft die syrische Armee mit Panzern und Flugzeugen (Reuters/A. Abdullah)bellen

Ungleicher Kampf: Während die Rebellen auf Motorräder angewiesen sind, kämpft die syrische Armee mit Panzern

Moskau sei bereit, zeitnah Militärexperten und Diplomaten zu Verhandlungen mit US-Vertretern in die Schweiz zu schicken, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow der Agentur Interfax in Moskau. Lawrow und US-Außenminister John Kerry hatten sich am Freitag im Vatikan getroffen. "Kerry hat mir dabei US-Vorschläge übergeben, die durchaus der Linie russischer Experten entsprechen", sagte Lawrow. Er sei auch bereit, schnelle Gespräche mit den USA zu führen, um den Rückzug aller Rebellen ohne Ausnahme vom östlichen Aleppo zu gewährleisten, die humanitäre Versorgung der Stadtbewohner und die Wiederherstellung des normalen Lebens im östlichen Aleppo zu gewährleisten, so der russische Außenminister.

Ein Rebellensprecher lehnte einen Abzug jedoch ab. Für Zivilisten könnten allerdings Korridore eingerichtet werden, über die sie die belagerte Stadt verlassen könnten, teilten die Rebellen mit.

Wollen den Dialog zum Syrien-Konflikt wieder aufnehmen: Lawrow und Kerry (Archivbild) (picture-alliance/AP Photo/J. DeCrow)

Wollen den Dialog zum Syrien-Konflikt wieder aufnehmen: Lawrow und Kerry (Archivbild)

Auf einem russischen Stützpunkt in Syrien trafen unterdessen russische Minenräumer ein. Moskau hatte angekündigt, rund 200 Pioniere und etwa 50 Spezialfahrzeuge zum Entschärfen von Sprengsätzen, die in Aleppo liegen sollen, zu entsenden.

Der Kampf um die nordsyrische Stadt scheint in die Schlussphase zu gehen. Syrische Regierungstruppen und ihre Verbündeten haben inzwischen nach Schätzungen von Aktivisten mehr als 60 Prozent der Rebellengebiete im Osten Aleppos eingenommen. Dies sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, der Deutschen Presse-Agentur. Damit beherrscht die Opposition immer weniger Viertel in der geteilten Metropole. Die syrische Armee hatte Mitte November, unterstützt von Russland, eine Offensive auf die Rebellengebiete in Aleppo begonnen. Zehntausende Menschen sind nach UN-Angaben in den letzten Tagen vor den Kämpfen geflohen.

Demonstration von Prominenten

Indes hat eine Gruppe Prominenter zu einer Demonstration in Berlin gegen den Krieg in Syrien und das russische Bombardement Aleppos aufgerufen. Man wolle "wenigstens ein kleines Zeichen gegen das dröhnende Schweigen der Zivilgesellschaft zu dem systematischen Massenmord in Aleppo" setzen, heißt es in einer Mitteilung. Den Aufruf unterzeichneten unter anderem der Regisseur Volker Schlöndorff, die Schriftstellerin Isabelle Azoulay und der Publizist Michael Naumann. Die Demonstranten wollen sich am kommenden Mittwoch vor der russischen Botschaft in Berlin versammeln.

cgn/qu (ap, afp, dpa)