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Afrika

Hoffnung auf Frieden im Sudan

Die Regierung in Khartoum hat mit der größten Rebellengruppe in Darfur ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Präsident al Baschir und Rebellenführer Ibrahim reichten sich nach der Unterzeichnung die Hände.

Präsident Omar al Baschir (links) und Rebellenchef Ibrahim (Foto: picture-alliance/dpa/DW)

Präsident Omar al Baschir (links) und Rebellenchef Ibrahim

Das Waffenstillstandsabkommen ist in der Nacht zum Mittwoch (24.02.2010) in Kraft getreten. Vertreter der sudanesischen Regierung und der Rebellengruppe "Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit" (JEM) hatten am Dienstag in Katars Hauptstadt Doha ein Rahmenabkommen unterzeichnet. Es sieht unter anderem direkte Friedensgespräche vor.

Hochrangige Gäste bei der Zeremonie

Nach der Unterzeichnung reichen sich Baschir und Ibrahim die Hände (Foto: AP)

Geste der Versöhnung - Baschir und Ibrahim reichen sich die Hände

Unterzeichnet wurde der Vertrag vom sudanesischen Kulturminister Amin Hassan Omar und dem JEM-Vertreter Ahmed Tugud Lissan. An der Zeremonie nahmen auch Präsident Omar al Baschir und JEM-Chef Chalil Ibrahim teil. Er rief die anderen Rebellengruppen in Darfur während der Unterzeichnungszeremonie zur Einheit und zum gemeinsamen Einsatz für den Frieden auf. Baschir erklärte, die Waffenruhe sei "ein wichtiger Schritt, um den Krieg und den Konflikt in Darfur zu beenden". Bei der Zeremonie waren außerdem die Staatschefs der Nachbarländer Eritrea und Tschad zugegen.

Auch der Emir von Katar war unter den Gästen. Er sicherte die Schaffung einer Bank für den Wiederaufbau zu, die mit einer Milliarde US-Dollar ausgestattet werden soll. Als Zeugen nahmen zudem Vertreter der Vereinten Nationen, der USA und mehrerer afrikanischer und arabischer Staaten an der Zeremonie teil.

Das Abkommen

Friedensgespräche im Februar 2009 (Foto: AP)

Frühere Friedensgespräche scheiterten immer wieder

Das Waffenstillstandsabkommen sieht direkte Friedensgespräche und eine Beteiligung der JEM an der Macht in Darfur vor. Außerdem ist die Rückkehr von Flüchtlingen, die Eingliederung bisheriger Rebellen in Armee und Polizei, die Freilassung von Kriegsgefangenen und die Entschädigung von Bürgerkriegsopfern vorgesehen. Die JEM ist die wichtigste, aber nicht die einzige Rebellengruppe. Kleinere Rebellengruppen tragen das Abkommen jedoch bislang nicht mit. In der Region Darfur kämpfen seit 2003 verschiedene Rebellenorganisationen gegen regierungstreue Milizen. Dabei kamen nach Angaben internationaler Organisationen bereits 300.000 Menschen ums Leben. Fast drei Millionen Menschen wurden vertrieben.

Aussicht auf Frieden?

Flüchtlinge in Darfur (Foto: AP)

Nach sieben Jahren Krieg ist die Bevölkerung zermürbt

Das Waffenstillstandsabkommen ist vor allem durch eine Annäherung zwischen dem Sudan und dem Nachbarland Tschad zustande gekommen, der die JEM unterstützt. Bereits im Januar hatten Sudan und Tschad ein Normalisierungsabkommen unterzeichnet. Die Regierungen beider Länder verständigten sich darauf, an der gemeinsamen Grenze eine gemischte Truppe mit 3000 Soldaten einzusetzen. Anfang Februar war der tschadische Präsident Idriss Déby erstmals seit dem Jahr 2004 in den Sudan gereist. Sein Besuch in Khartoum wurde als Schwächung der Rebellenbewegungen beider Länder gewertet, da die Rebellen vom jeweils anderen Land unterstützt werden.

Frühere Waffenstillstands- und Friedensvereinbarungen zwischen der sudanesischen Regierung und JEM sind zwar schon wiederholt gescheitert. Doch zum jetzigen Zeitpunkt könnten nicht nur die neu vereinbarte Waffenruhe, sondern auch die verbesserten Beziehungen zum Tschad nach sieben Jahren Bürgerkrieg endlich einen Schritt in Richtung Frieden bedeuten. Und nicht zuletzt hoffen nun viele auf die für April angesetzten kombinierten Präsidentschafts-, Parlaments- und Regionalwahlen.

Autorin: Katrin Ogunsade (afp, ap, dpa)

Redaktion: Klaudia Pape

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