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Nahost

Hoffnung auf Deutschland

Der ranghöchste irakische Diplomat in Deutschland hat die Irak-Politik der Bundesregierung begrüßt. Die Drohung eines militärischen Alleingangs der USA bezeichnete Muayad S. Hussian gegenüber DW-WORLD als Propaganda.

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Streitfrage: Erfüllt der Irak die UN-Resolution oder nicht?

Die strikte Ablehnung eines Angriffs auf den Irak durch die Bundesregierung findet die Zustimmung des ranghöchsten irakischen Diplomaten in Deutschland. "Ich denke, die gegenwärtige Haltung Deutschlands befindet sich in Übereinstimmung mit der überwiegenden Mehrheit der Welt", sagte Hussian. "Deshalb schätzen wir die faire Haltung der Bundesrepublik Deutschland sehr." Zustimmend äußerte sich Hussian auch bezüglich des Vetos Deutschlands, Frankreichs und Belgiens zur NATO-Unterstützung für die Türkei. "Sie haben das Richtige getan", betonte der irakische Geschäftsträger in Deutschland. Seit dem Golfkrieg 1991 sind Deutschland und der Irak in dem jeweils anderen Land nicht mehr durch Botschafter vertreten. Der Geschäftsträger erfüllt jedoch die Aufgaben eines Botschafters.

Nach den Worten Hussians hilft die deutsche Oppositionshaltung zu einem Krieg dem Irak. "Sie hilft dem Irak, sowohl der Regierung als auch den Menschen", sagte Hussian. Er sei zuversichtlich, dass sich die deutsche Haltung auch in den kommenden Wochen nicht verändern werde. "Ich denke, dass Deutschland seinen Widerstand gegen einen Krieg aufrecht erhalten wird, weil die ganze Welt gegen diesen unfairen, ungerechten Krieg Widerstand leistet." Das letzte Gespräch mit Vertretern des deutschen Außenministeriums führte Hussian eigenen Angaben zufolge in den vergangenen Wochen.

"Irak erfüllt die Resolutionen"

Hussian bekräftige, sein Land setze die Resolution 1441 der Vereinten Nationen um. "Ich kann ihnen versichern, dass der Irak die Resolutionen des Sicherheitsrats vollständig erfüllt, und dass wir alle Resolutionen des Sicherheitsrates vollständig erfüllen werden." Auf die Aussage, die meisten Länder seien derzeit der Überzeugung, dass Irak nicht vollständig mit den Vereinten Nationen kooperiere, entgegnete Hussian: "Nein, dass hören Sie nur von den Vereinigten Staaten von Amerika und Großbritannien. Es gibt kein drittes Land, das dies behauptet."

Der irakische Geschäftsträger ließ offen, ob sein Land gegebenenfalls einer Erhöhung der Zahl der Inspektoren sowie eines Einsatzes von Blauhelmsoldaten zustimmen werde, wie dies offenbar Deutschland und Frankreich erwägen. "Der Irak begrüßt alle friedlichen Initiativen", sagte Hussian, der Konzessionen an die Vereinten Nationen ausschloss. Stattdessen kooperiere der Irak vollständig mit dem Sicherheitsrat.

"Nicht leicht, den Krieg zu beginnen"

Die Aussage des amerikanischen Präsidenten Bush, wonach das Spiel für Saddam Hussein aus sei, spielte der ranghöchste irakische Vertreter in Deutschland herunter. "Es ist uns gleichgültig, was die Amerikaner uns sagen, wissen Sie, denn die ganze Welt ist mit uns. Es ist wegen dieses Widerstands nicht leicht, den Krieg gegen uns zu beginnen. Das können Sie an den Erklärungen der ganzen Länder überall auf der Welt sehen."

Die Ankündigung der USA notfalls im Alleingang anzugreifen, hält Hussian für Propaganda: "Ich denke nicht, dass sie dies tun können. Ich denke, dass sie am Schluss gar nichts machen können, denn die Welt, alle Staaten, alle Nationen sagen Nein zum Krieg." Sollten die USA dennoch im Alleingang angreifen, dann hätten sie nicht nur den Irak als Gegner, sagte Hussian. "Sie werden gegen die ganze Welt kämpfen, denn es ist nicht einfach für die Welt, eine solche Aggression zu akzeptieren."

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