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Politik

Hoffen auf Kriegsgegner

Der Irak-Krieg ist am Donnerstag (20.3.2003) beherrschendes Thema in der arabischen Presse, obwohl der Redaktions-Schluss der Zeitungen vor dem Beginn des Angriffs lag.

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So auch die regierungsnahe kuwaitische Zeitung AL-KABAS. Lange habe man hoffen können, dass die zahlreichen Friedens-Bemühungen im Sicherheitsrat die USA und ihre Verbündeten von einem Krieg abbringen könnten, heißt es.

Doch nun seien auch die letzten Hoffnungen verflogen. "Seit US-Präsident Bush Saddam Hussein das letzte Ultimatum gestellt hat, entwickeln sich die Dinge immer schneller. Der Countdown für die Militär-Operationen läuft. Es könnte sein, dass diese Zeitung zu dem Zeitpunkt erscheint, da das erste Phantom-Flugzeug über den Köpfen des irakischen Regimes kreist und die erste Rakete in Bagdad einschlägt. Es hat zahlreiche Initiativen und viele Erklärungen gegeben. Lange wussten wir nicht, ob es zu einem Krieg kommmen würde. Jetzt wissen wir es."

Ungerechter Krieg

Die in London erscheinende überregionale Zeitung AL-KUDS-AL-ARABI bezeichnet die Militär-Angriffe der USA und Großbritanniens als "ungerechten und unmoralischen Krieg".

Das Blatt schreibt weiter: "Der Irak ist umzingelt, ausgehungert und von seinen arabischen Brüdern im Stich gelassen. Niemand glaubt, dass dieses Land der immensen Kriegs-Maschinerie etwas entgegen setzen kann, mit der die USA den Irak vernichten und besetzen wollen. Dennoch können wir damit rechnen, dass die Iraker beharrlichen Widerstand leisten werden, wie es der Tradition dieses uralten Landes entspricht. Dem Irak wurde der jetzige Krieg ebenso aufgezwungen wie auch die zwei vorherigen Kriege gegen Iran und Kuwait. Der amerikanische Eroberer will das Land besetzen, die Bodenschätze ausbeuten und die arabischen und moslemischen Nationen unterwerfen."

Die eher unabhängige libanesische Zeitung AS-SAFIR hofft, dass die amerikanischen Bürger, die dieser Tage gegen den Krieg demonstriert haben, Einfluss auf die US-Regierung nehmen können. "Die Kriegsgegner in den USA verteidigen ihre eigene Freiheit und die Vorstellung, die sie von ihrem Land haben. Die Demonstranten bilden eine Gegenkultur, indem sie für Gerechtigkeit und europäische Werte kämpfen. Sie sind gegen den Todstrafe und für eine milde Globalisierung. Nein, die jetzige amerikanische Regierung vertritt nicht die ganze amerikanische Nation", schreibt das Blatt.

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