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Kultur

Hoffen auf das Wunder von Carson

7:1 gegen Russland, 3:0 gegen die US-Damen: Die deutschen Fußball-Damen sind am Sonntag (19 Uhr MESZ) klarer Favorit auf den WM-Titel. Doch das unerwartet große Medieninteresse erhöht auch den Druck auf die DFB-Elf.

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Freude einer Tor-Königin: Birgit Prinz

Werden es die deutschen Fußball-Damen wieder so spannend machen, wie vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft? Damals gewann man erst durch ein Golden Goal in der Verlängerung gegen Schweden, das am Sonntag (12.10.) erneut Endspielgegner der Mannschaft von Tina Theune-Meyer ist. Und auch im Halbfinale gegen die hoch favorisierten US-Damen machte die deutsche Elf erst mit zwei Toren in der Nachspielzeit alles klar.

"Giftige Stürmerinnen"

Dass die deutschen Damen das Finale gegen die Schwedinnen gewinnen, zweifelt niemand wirklich an. Doch warnen Spielerinnen und die Trainerin vor zu viel Euphorie: "Wir sind nicht schon Weltmeister, nur weil wir die USA geschlagen haben. Noch haben wir ein schweres Spiel", warnte Maren Meinert (30) vor Überheblichkeit. Trainerin Theune-Meyer betonte, dass man es mit einem Gegner zu tun habe, der "über eine solide Abwehr, ein starkes Mittelfeld sowie giftige und gefährliche Stürmerinnen" verfüge. "Wir müssen hundert Prozent geben, um sie zu schlagen", so Kerstin Garefrekes (24).

Selbstbewußte Schwedinnen

Und das ist auch notwendig, denn die routinierten Schwedinnen haben bisher ein gutes Turnier gespielt und laufen im Stadion von Carson bei Los Angeles in Bestbesetzung auf. "Wir sind mindestens gleich gut wie Deutschland", gibt sich Trainerin Marika Domanski Lyfors optimistisch. Auch das 3:0 der DFB-Elf gegen die USA, gegen die ihr Team mit 1:3 im Gruppenspiel unterlag, schreckt sie nicht: "Die Deutschen liegen uns eher als die Amerikanerinnen." In zwölf Begegnungen gegen die Schwedinnen siegten die deutschen Damen bisher sechs Mal, es gab aber auch fünf Niederlagen - zwei davon bei Weltmeisterschaften.

Sorge um Konzentration in der Mannschaft

Jener Sieg gegen die USA hat dem Frauenfußball in Deutschland eine bisher nicht gekannte Popularität beschert. Mit der Beschaulichkeit der ersten WM-Wochen, in denen die DFB-Elf trotz der Erfolge weitgehend unbehelligt blieb, ist es seit dem Halbfinale endgültig vorbei: Fotoshootings, Interviews, Pressekonferenzen. Bundestrainerin Theune-Meyer fürchtet angesichts des Medienrummels beim Training und im Mannschaftshotel mittlerweile um eine konzentrierte Vorbereitung auf das Finale: "Wir müssen schnell wieder unsere Balance finden."

Meyer-Vorfelder stellt Prämie in Aussicht

Zum Finale wird auch DFB-Präsident Gerhard Meyer-Vorfelder nach Kalifornien reisen, anstatt der Mannschaft von Rudi Völler in der EM-Qualifikation gegen Island beizustehen: "Eine Selbstverständlichkeit, um den Frauen meinen Respekt zu erweisen", so der 70-Jährige, der den Damen im Falle eines Sieges eine Prämie in Aussicht stellte.

Fünf DFB-Damen im All-Stars-Team

Einen Sieg haben die deutschen Damen bereits vor dem Finale gegen die Schwedinnen errungen: Mit Torhüterin Silke Rottenberg, Sandra Minnert (Abwehr), Maren Meinert und Bettina Wiegmann (Mittelfeld) sowie Stürmerin Birgit Prinz berief der Fußball-Weltverband FIFA gleich fünf DFB-Spielerinnen in das All-Star-Team der Frauen-WM 2003. Von den Schwedinnen schafften nur Malin Moström und Victoria Svensson den Sprung in die Besten-Auswahl des Turniers. Birgit Prinz (25) dürfte darüber hinaus die Torjägerinnen-Krone nicht mehr zu nehmen sein. Sie schoß im laufenden Turnier sieben der 23 deutschen Tore.

DFB-Damen spielen für die Mädchenrechte

Anläßlich des Finales haben die UNICEF und die FIFA den 11. Oktober zum Welttag des Mädchenfußballs erklärt. Die gesamte Weltmeisterschaft lief unter dem Motto "Go Girls" und war den Rechten benachteiligter Mädchen gewidmet.

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