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Fußball

Hoffen auf das Wunder in Stuttgart

Der VfB Stuttgart taumelt dem ersten Abstieg aus der Fußball-Bundesliga nach vier Jahrzehnten entgegen. Die 18. Saison-Niederlage bringt die Fans in Rage und auf den Rasen. Nur ein Ex-Dortmunder macht dem VfB Hoffnung.

Tränen, Platzsturm, Ratlosigkeit - nach der 1:3-Niederlage gegen Mainz schwindet in Stuttgart die Hoffnung auf den Klassenerhalt. Es droht der erste Abstieg seit 41 Jahren. Trotz Führung musste der VfB am Ende die fünfte Pleite in Folge hinnehmen. Zu viel für einige Fans, die nach dem Schlusspfiff wütend das Spielfeld stürmten und die Spieler zur Rede stellten. Viele der Stuttgarter Profis flüchteten in die Kabine, einer der wenigen VfB-Kicker, die sich den Fans stellten, war Winter-Neuzugang Kevin Großkreutz. Der Ex-Dortmunder diskutierte und versuchte Erklärungen für die aktuelle Situation zu finden und wurde dafür von den aufgebrachten Fans in Schutz genommen. "Außer Kevin könnt ihr alle gehen", skandierten sie.

Sichtlich bewegt versuchte Großkreutz später am Mikrofon vom TV-Sender Sky seine Gefühle in Worte zu fassen. "Ich kann die Fans verstehen. Wir sind verantwortlich dafür. Ich bin sprachlos. Es tut mir unglaublich leid für die Fans", sagte er unter Tränen. Nach nur fünf Monaten in Stuttgart scheint der 27-Jährige schon bei seinem neuen Arbeitgeber angekommen zu sein. "Ich glaube, alle haben mich super aufgenommen. Ich habe dem Verein viel zu verdanken", erklärte Großkreutz mit schwerer Stimme. Und machte den Fans Hoffnung auf ein weiteres Jahr Bundesliga-Fußball: "Realistisch ist es noch möglich. Dafür sollten wir alles geben."

"Es geht auch um Anstand und Ehre"

Die Vorbereitung auf das mögliche Fußballwunder verfolgten am Sonntagmorgen rund 50 Fans am Stuttgarter Trainingsgelände. Anstelle von wütenden Protesten gab es Wünsche nach Selfies und Autogrammen, niemand mochte sich anscheinend mehr über den sportlichen Absturz aufregen. "Das ist alles nicht spurlos an uns vorbeigegangen", beteuerte Sportvorstand Robin Dutt mit Blick auf die Szenen vom Samstag. Dutt war der einzige, der am Tag danach mit den Journalisten sprechen wollte. Der für gewöhnlich redselige Manager sprach mit leiser Stimme und gesenktem Kopf. "Dass Wut und Enttäuschung der Fans groß sind, kann man verstehen", meinte der 51-Jährige. "Es geht jetzt nicht nur um die theoretische Chance, es geht auch um Anstand und Ehre." Dutt versicherte, dass der Verein "auf den möglichen Worst Case sehr gut vorbereitet" sei.

Kramny auch in Wolfsburg auf der Bank

Enttäuschte Fans des VfB-Stuttgart stürmen das Spielfeld (Foto: picture alliance/NurPhoto/B. Langer)

Die Hoffnung bei den VfB-Fans schwindet

Trotz sichtlicher Enttäuschung bei Dutt, beschwor er den Zusammenhalt des VfB in dieser schwierigen Situation und versicherte, dass Trainer Jürgen Kramny auch im Saisonfinale auf der Bank sitzen werde: "Es ist wichtig, dass wir nach den Geschehnissen des Spieltags als Einheit gemeinsam mit Jürgen diesen Schritt gehen." In die Partie beim VfL Wolfsburg am kommenden Samstag (ab 15:15 MESZ im DW-Liveticker) setzen Trainer, Mannschaft und Vereinsspitze nun ihre letzten Hoffnungen.

"Aufgeben gibt es nicht", beteuerte Kramny nach der Niederlage gegen Mainz. "So lange rechnerisch noch was möglich ist, muss man es versuchen." Aus eigener Kraft kann der VfB den Klassenerhalt allerdings nicht mehr schaffen. Der Klub ist vom Ergebnis des Duells zwischen Werder Bremen und Eintracht Frankfurt abhängig. Bei einem Stuttgarter Sieg in Wolfsburg und einer Heimniederlage von Bremen gegen Frankfurt schafft es der VfB auf Platz 16 - oder wenn er sechs Tore auf die Frankfurter gutmacht.

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