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Aktuell Deutschland

Hoeneß soll noch mehr Millionen hinterzogen haben

Im Prozess gegen den geständigen Steuerhinterzieher Hoeneß werden die Summen immer schwindelerregender. Der Münchner Staatsanwaltschaft bezifferte die Steuerschuld des Bayern-Präsidenten jetzt auf 27,2 Millionen Euro.

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Die rasch wachsende Steuerschuld des Uli H.

Eine Steuerfahnderin hatte als Zeugin vor dem Münchner Landgericht am zweiten Tag des Prozesses gegen Uli Honeß erklärt, nach neuen Berechnungen habe der Präsident des FC Bayern München 23,7 Millionen Euro Steuern hinterzogen. Die Staatsanwalt teilte mit, dazu kämen noch die 3,5 Millionen Euro aus der ursprünglichen Anklage gegen Hoeneß. Zum Prozessauftakt am Montag hatte der 62-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt und erklärt, er habe 18,5 Millionen Euro an Steuern hinterzogen. Wegen der Höhe der hinterzogenen Steuern droht Hoeneß im Falle einer Verurteilung eine mehrjährige Haftstrafe.

Riesige Gewinne - riesige Verluste

Hoeneß türmte der Steuerfahnderin zufolge in den Jahren bis 2005 mit seinen Spekulationen ein gewaltiges Vermögen auf. Der Saldo seiner Konten bei der
Schweizer Bank Vontobel habe zeitweise mehr als 150 Millionen Euro betragen, erklärte die Beamtin. In manchen Jahren habe der Gewinn mehr als 30 Millionen Euro betragen. Allerdings verließ ihn das Glück wieder: Bis 2010 verlor er seine Gewinne.

Unterlagen offenbar zurückgehalten

ln ihrer Zeugenaussage erhob die Steuerfahnderin zudem schwere Vorwürfe gegen Hoeneß. Dieser habe nach seiner Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung Unterlagen zu seinen zwei Schweizer Konten mehr als ein Jahr lang zurückgehalten. Erst vor rund einer Woche hätten die Anwälte von Hoeneß den Behörden einen USB-Stick mit Informationen über die Konten zukommen lassen. Die "Grunddateien" der pdf-Dokumente seien aber schon am 18. Januar 2013 erstellt worden, einen Tag nach der Selbstanzeige des Bayern-Präsidenten, berichtete die Finanzbeamtin. Das habe die EDV-Abteilung der Finanzbehörde festgestellt.

Nach Angaben der Zeugin hatten die Behörden Hoeneß und seinen Beratern die Gelegenheit gegeben, die Selbstanzeige nachzubessern. Erst danach leiteten sie ein Ermittlungsverfahren ein und durchsuchten das Anwesen des ehemaligen Fußball-Nationalspielers am Tegernsee. Die Steuerfahnderin stützte mit dieser Aussage die Position der Staatsanwaltschaft, wonach die Selbstanzeige von Hoeneß unvollständig gewesen sei, und deshalb keine strafbefreiende Wirkung entfalten könne.

Prozess dauert länger

Angesichts dieser Entwicklung wird es zu einer schnellen Urteilsverkündung von Richter Rupert Heindl bereits an diesem Donnerstag - wie ursprünglich geplant - wohl nicht kommen. "Es ist nicht mehr sehr wahrscheinlich, dass es so sein wird", sagte Gerichtssprecherin Andrea Titz und betonte: "Es ist durchaus davon auszugehen, dass weitere Termine erforderlich sein werden." Für Mittwoch ist ein Betriebsprüfer als zusätzlicher Zeuge geladen. Laut Titz ist zu erwarten, dass zu den dann angehörten fünf Zeugen noch weitere benannt werden könnten.

wl/qu (dpa, afp, sid)

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