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Fußball

Hoeneß kommt, die Serie reißt

Nach 15 Siegen in Serie verliert der FC Bayern mal wieder ein Heimspiel in der Bundesliga. Dortmund nutzt den Patzer und kommt vor dem deutschen Clasico am Samstag auf fünf Punkte heran. Unten glänzt Pizarro für Bremen.

Fußball Bundesliga 24. Spieltag Bayern München - FSV Mainz

Ups - was ist da passiert? Jairo macht das 1:0 für Mainz, Torwart Neuer streckt sich vergeblich

Der Abend schien wie gemacht für große Namen. Für Uli Hoeneß, der erstmals nach 21 Monaten im Gefängnis wieder ein Bundesligastadion besuchte. Für Franck Ribery, nach einem Jahr Verletzungspech endlich wieder von Anfang an auf dem Platz. Oder für Mario Götze, den WM-Helden nach mehr als vier Monaten in Arztpraxen, bei Physiotherapeuten und im Reha-Training. Angeblich toll im Training, brennend auf seinen Einsatz gegen den FSV Mainz 05.

Am Ende aber heißen die Männer des Spiels zwischen dem FC Bayern und den Mainzern Jairo, Jhon Cordoba und Martin Schmidt. Jairo, der das 1:0 für die Mainzer machte (26. Minute), Cordoba, der nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Arjen Robben (65.) vier Minuten vor Schluss erneut die Führung erzielte und Schmidt, der nach der Partie die Glückwünsche seines Trainerkollegen Pep Guardiola zum 2:1 (1:0)-Auswärtssieg in Empfang nehmen durfte.

Fußball Bundesliga 24. Spieltag Bayern München - FSV Mainz

Startelf-Comeback misslungen: Ribery sprüht zwar vor Energie, kann aber die Niederlage seiner Bayern nicht verhindern

Weltmeister geschont

"Unser Ziel ist es, mit mindestens acht Punkten Vorsprung nach Dortmund zu reisen und dann dort zu gewinnen", hatte Bayern-Kapitän Phjlipp Lahm als Losung für die Begegnung gegen die zuletzt formstarken Mainzer ausgegeben. Denn am Samstag in Dortmund hätte dann eine Vorentscheidung im Kampf um den Titel fallen können. Die ist nun wohl vertagt.

Zwar war der Tabellenführer, bei dem Lahm und Xabi Alonso gar nicht im Kader waren und Thomas Müller zunächst nur auf der Bank saß, dominant wie eh und je. Aber die ganz großen Chancen wollten sich nicht einstellen. gegen einen der Münchener Lieblingsgegner. Stattdessen war es Jairo, der einen der wenigen Konter zum völlig überraschenden 1:0 abschloss. Klar, dass die Gastgeber mit wütenden Angriffen reagierten, doch mehr als der Ausgleichstreffer von Robben sprang nicht heraus. Ganz untypisch traf der Niederländer mal aus halblinker Position und nicht, wie üblich, von halbrechts.

Deutschland Uli Hoeneß Besuch Bundesligaspiel

Gute Freunde... Adidas-Chef Hainer (l.) begrüßt Hoeneß auf dessen altem Platz in der Allianz-Arena

Effizient und psychisch stabil

Wer nun dachte, jetzt würde es laufen wie immer, sah sich getäuscht, denn die laufstarken Mainzer machten - taktisch hervorragend eingestellt von Trainer Schmidt - hinten dicht und hofften vorne auf den lieben Gott. "Der Glaube macht alles wahr", erklärte Schmidt nach der Partie und meinte damit den Glauben an sich selbst. "Wir hatten dieses Prozedere genau durchgespielt, wie es ist, wenn wir ein Gegentor kriegen. Daher waren alle mit dieser Situation vertraut. Daraus schöpft das Team viel Kraft."

Dass es sogar noch besser kam, lag an der hohen Effizienz bei den Kontern, die Schmidt besonders gefiel: "Wir brauchen diese Effizienz, es ist klar, dass wir nicht genauso viel Ballbesitz haben wie die Bayern." Mainz hatte gerade mal 22 Prozent davon, und am Ende trotzdem drei Punkte im Sack, als Jhon Cordoba in der 86. Minute zuschlug. "Wir müssen versuchen, die Konter nicht zuzulassen, rigoroser zu sein", kritisierte Arjen Robben nach der Partie seine Mannschaft und sich selbst, relativierte aber auch: "Wenn du viele Spiele nacheinander gewinnst, kommt der Moment, in dem du auch mal verlierst." Sollten die Bayern auch am Samstag in Dortmund verlieren, wäre das Rennen um die Meisterschaft tatsächlich wieder offen.

Dortmund kommt näher

Der BVB kam in Darmstadt beim diesmal biederen Aufsteiger zu einem 2:0 (1:0)-Erfolg. Adrian Ramos (38.) und Erik Durm (53.) besiegelten vor 17.000 Zuschauern den siebten Pflichtspielerfolg des BVB in Folge.

Hertha BSC festigte durch ein 2:0 (0:0) gegen Eintracht Frankfurt den dritten Tabellenplatz. Mitchell Weiser erzielte mit einem Traumtor in den Winkel die 1:0-Führung (63.) für Hertha, ehe Stürmer Salomon Kalou nach einem Solo das 2:0 (78.) gelang.

Pizarro überragend

Ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf gelang Werder Bremen beim 4:1 (1:0) in Leverkusen. Fin Bartels (5.) und Pizarro (55./65., Foulelfmeter/83.) schossen Bremen auf die Siegerstraße, nach fünf Spielen gelang Werder damit wieder ein Dreier. Papy Djilobodji (69., Eigentor) stellte den Endstand her.

Schalke 04 gewann gegen den Hamburger SV mit 3:2 (1:1). Durch sein 75. Bundesligator ebnete Klaas-Jan Huntelaar Schalke den Weg aus der Krise. Der Kopfballtreffer des Niederländers aus Abseitsposition zum 2:1 (66.) brachte die Königsblauen auf die Siegerstraße. Der HSV war durch Nicolai Müller (4.) in Führung gegangen, für Schalke erzielten Max Meyer (38.) und Alessandro Schöpf (77.) die weiteren Treffer. Gojko Kacar (90.+1) verkürzte in der Schlussphase nochmals.

1899 Hoffenheim kämpft weiter um den Klassenerhalt. Kevin Volland (25.) und Mark Uth (81.) trafen für das Team des jüngsten Bundesliga-Trainers Julian Nagelsmann beim 2:1 (1:1) gegen den FC Augsburg. Paul Verhaegh war per Handelfmeter (40.) für den FCA erfolgreich.

Der Belgier Thorgan Hazard (16.) brachte Borussia Mönchengladbach beim 4:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart mit seinem ersten Saisontor in Führung. Nach der Pause nutzte Raffael (60.) einen Patzer von VfB-Schlussmann Przemyslaw Tyton, ehe der wenige Sekunden zuvor eingewechselte Patrick Herrmann (68.) gar das 3:0 markierte. Der Schlusspunkt war ein Eigentor von Kevin Großkreutz (90.).

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