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Fußball

Hoeneß kündigt Rückkehr zum FC Bayern an

Der ehemalige Bayern-Präsident und verurteilte Steuersünder verabschiedet sich auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung von seinem Klub - allerdings nicht ohne eine klare Botschaft auszusenden.

Uli Hoeneß will nach Verbüßung seiner dreieinhalbjährigen Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung an die Spitze von Fußball-Rekordmeister Bayern München zurückkehren. Das kündigte der 62-Jährige auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Klubs in München an. "Ich will mich nicht sauberer machen als ich bin", sagte Hoeneß, über dessen Erscheinen bei der Mitgliederversammlung im Vorfeld lange spekuliert worden war, in einer emotionalen Rede.

"Ich habe einen großen Fehler gemacht und werde für alles gerade stehen. Und dann, wenn ich zurück bin, werde ich mich nicht zur Ruhe setzen. Das war's noch nicht", rief er den rund 1500 Mitgliedern im Münchener Audi Dome entgegen. Diese beantworteten Hoeneß' Ankündigung mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus. Die Form seiner Rückkehr ließ Hoeneß noch offen.

Hoeneß: "Mache mir um Verein keine Sorgen"

Hoeneß war nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung Mitte März von allen Ämtern zurückgetreten. "Wenn ich jetzt gehe, dann gehe ich mit ruhigem Gewissen", sagte Hoeneß: "Ich mache mir um diesen Verein keine Sorgen." Hoeneß unterstrich durch seine Rede und die darauf folgenden Reaktionen ein weiteres Mal seinen Stellenwert innerhalb des FC Bayern. Hoeneß, der wohl in den kommenden Tagen oder Wochen seine Haftstrafe in der JVA Landsberg antreten wird, wurde in seiner Rede auch persönlich: Aufgrund der jüngeren Vergangenheit hege er regelrechten Hass gegen verschiedene Menschen. Diesen wolle er loswerden. "Plötzlich war ich ein Schwein, ein Mann, der den Leuten das Geld aus der Tasche zieht, den Leuten das Geld vorenthält", sagte er über die Berichterstattung der Medien. Dem Gericht, das ihn verurteilt hatte, mache er dagegen keine Vorwürfe.

Hopfner neuer Bayern-Präsident

Uli Hoeneß und sein Nachfolger Karl Hopfner (Foto: dpa)

Uli Hoeneß und sein Nachfolger Karl Hopfner haben jahrzehntelang beim FC Bayern zusammengearbeitet

Kurz nach der Rede Hoeneß' wurde Karl Hopfner, der bisherige Geschäftsführer und Vizepräsident des FC Bayern, mit großer Mehrheit zu Hoeneß' Nachfolger gewählt. Er ist der sechste Präsident in der Bundesliga-Historie des FC Bayern. Allerdings hatte Hopfner Hoeneß die Rückkehr zuvor regelrecht angeboten. Der frühere Bayern-Profi und -Manager sei "Kopf, Bauch, stets Herz und immer Seele von Bayern München", sagte Hopfner und richtete sich direkt an seinen Vorgänger: "Lieber Uli, du hast eine tolle Familie, du hast aber auch eine Familie, die zu dir steht in unserem Klub. Für die dir bevorstehende, sehr schwere Zeit wünschen wir dir alle Kraft. Du kannst in aller Ruhe entscheiden, was du danach machen möchtest." Hoeneß verfolgte die rund zehnminütige Rede Hopfners mit zunehmender Rührung.

Hopfner, als langjähriger Finanzchef neben Hoeneß für den Aufstieg des FC Bayern zum deutschen Branchenführer maßgeblich mitbeteiligt, bildet in Zukunft neben Adidas-Boss Herbert Hainer und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge das Führungstrio der Münchener. Hopfner gehört dem Verein seit 1983 an und betonte, er wolle den Klub "mit Leidenschaft und Herzblut" führen.

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