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Jahreshauptversammlung FC Bayern München

Hoeneß ist wieder Präsident des FC Bayern

Mit überwältigender Mehrheit wählen die Mitglieder des FC Bayern München Uli Hoeneß zurück in das Amt des Vereinspräsidenten. Der verurteilte Steuersünder und Ex-Häftling hat mit dem Rekordmeister Großes vor.

Als Uli Hoeneß um 19:23 Uhr den Münchener Audi Dome betrat, in dem der FC Bayern seine Jahreshauptversammlung abhielt, brandete großer Jubel auf - durchsetzt von einigen Pfiffen. Pfiffe und sogar einige Buhrufe begleiteten Hoeneß auch drei Stunden später, als er kurz vor der Abstimmung ans Rednerpult trat und einige Worte sagte. Dabei erinnerte er an seinen Satz aus dem Jahr 2014: "Das war's noch nicht!". Dieser Satz, sagte Hoeneß, habe ihn in seiner Zeit in Haft immer wieder angetrieben, zurückzukommen. "Ich habe einen großen Fehler gemacht", gab Hoeneß zu. "Ich respektiere jeden hier im Saal, der mir deswegen seine Stimme nicht geben will. Aber ich habe alles getan, um den Riesenfehler wieder gutzumachen." Hoeneß bat um eine zweite Chance und versprach alles zu tun, um die Erwartungen zu erfüllen. "Ich möchte ein Kümmerer und Ratgeber für alle Mitarbeiter, für die Spieler vom Fußball und Basketball sein - auch die Trainer. Wenn sie Rat suchen, können sie immer zu mir kommen."

Kurz nach seiner Rede stand das Ergebnis fest: Mit überwältigender Mehrheit bei 108 Gegenstimmen und 58 Enthaltungen kehrt Uli Hoeneß auf den Präsidentenstuhl des FC Bayern zurück. Er ist bis zur nächsten Präsidentschaftswahl im Jahr 2019 gewählt. Eine kleine Gruppe von Buhrufern machte auch noch Lärm, nachdem Hoeneß die Wahl angenommen hatte und kurz noch einmal auf die Bühne kam, wurde aber von Jubelgesängen der Hoeneß-Anhänger übertönt. Der frisch Gekürte sagte nur einen Satz: "Ich verspreche euch, ich werde euch nicht enttäuschen!" 

Viel Lob für Hopfner

Hoeneß Vorgänger Karl Hopfner hatte entschieden, nicht mehr zur Wahl anzutreten und Hoeneß so den Weg bereitet. Hopfner beendete seine Arbeit in den verschiedenen Gremien des FC Bayern nach 33 Jahren. 1983 hatte er als Geschäftsführer bei den Münchenern angefangen. Mehrfach gab es für den scheidenden Präsidenten stehenden Applaus.  

Jahreshauptversammlung FC Bayern München (Picture-Alliance/dpa/A. Gebert)

Karl Hopfner (3.v.l.) hatte 33 Jahre lang Führungspositionen beim FC Bayern inne - seit 2014 war er Präsident

Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der zuletzt durch seine öffentliche "Back to earth"-Schelte gegen Jerome Boateng aufhorchen ließ, hatte seinen Auftritt. Er berichtete den Vereinsmitgliedern satzungsgemäß über die Erfolge der Fußballabteilung des vergangenen Jahres. Explizit dankte Rummenigge dem ehemaligen Trainer Pep Guardiola für dessen Arbeit. Der Katalane hatte zwar den angestrebten Titel in der Champions League verpasst, aber das Double aus Meisterschaft und Pokal gewonnen. "Müsste ich dem Team für die Saison 2015/16 eine Schulnote geben, wäre es die Note eins", sagte Rummenigge.

Lahm als neuer Sportdirektor

"Ich werde nie dein Gesicht und deine Augen vergessen, als du im Januar 2015 zum ersten Mal an die Säbener Straße zurückgekehrt bist", wandte sich Rummenigge noch vor der Abstimmung direkt an Hoeneß. "Man sah, dass du sehr schwierige Zeiten hinter dich bringen musstest. Daher gönne ich dir von Herzen die Rückkehr in das Amt des Präsidenten."

Später sprach Rummenigge zudem deutlicher denn je vom Plan des Rekordmeisters, Philipp Lahm zum Sportdirektor zu machen. Der Klub werde "in nicht allzu ferner Zukunft" wieder einen Mann für den nach dem Abschied von Matthias Sammer vakanten Posten präsentieren, sagte Rummenigge. "Wir haben da einen im Hinterkopf, den Namen haben Sie sicher schon gehört, den werden wir auch holen, aber der muss im Moment noch Fußball spielen." Kapitän Lahm hat noch einen Vertrag bis 2018. Rummenigge machte deutlich, dass er keinen neuen Manager nur für ein Jahr verpflichten wolle. Auch der wieder gewählte Präsident Uli Hoeneß sagte: "Diese Position ist so wichtig und so wertvoll für den Verein, dass man sich Zeit lassen muss." Lahm hatte zuletzt durchblicken lassen, dass er sich die Aufgabe zutraut und öffentlich über ein mögliches Karriereende bereits 2017 nachgedacht.

Gereizte Stimmung vor dem Eingang

Jahreshauptversammlung FC Bayern München (Picture-Alliance/dpa/A. Gebert)

Über 7000 Mitglieder des FC Bayern nahmen an der Versammlung teil

Im Vorfeld der Veranstaltung hatte es Unmut und Pfiffe vor der Halle gegeben. Während drinnen bereits alle Plätze besetzt waren, standen immer noch Hunderte Mitglieder des FC Bayern in der Schlange und wollten hinein. Als das Sicherheitspersonal die Halle abriegelte gab es lautstarke Proteste, da die Ausgeschlossenen sich weigerten, in ein extra aufgestelltes Zelt auszuweichen. Dort bestand die Möglichkeit, der Jahreshauptversammlung auf Videoleinwänden zu folgen. Viele Plätze im Zelt waren zu diesem Zeitpunkt noch frei.

Der scheidende Bayern-Präsident Hopfner, Hoeneß und Stadionsprecher Stefan Lehmann appellierten an die Menge, sich vernünftig zu verhalten und ins Zelt zu gehen. Doch ein Teil der aufgebrachten und enttäuschten Fans skandierte: "Absagen! Absagen!" Auch eine kurze Ansprache von Hoeneß ging im Protestgeschrei unter. "Es tut uns doch am allermeisten leid. Was glauben Sie denn?", rief Hoeneß, bevor er es schließlich aufgab. Wenig später beruhigte sich die Lage dann aber, und es konnte doch mit der Versammlung begonnen werden. Etwas verspätet zwar, aber letztlich mit dem erwarteten Ausgang.

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