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Sport

Hockey

Schlagend, schiebend, schlenzend geht es beim Hockey darum, das Runde ins Eckige zu wuchten. Oft verfolgen die Sportler dabei kaum Zuschauer, denn Hockey ist auch nach den jüngsten Erfolgen eine Randsportart geblieben.

Piktogramm für Hockey bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking, China. Foto: +++(c) Picture-Alliance / ASA+++

Schnell, beweglich, ballsicher und teamfähig sollte man sein. „Vielseitigkeit ist eigentlich gefragt. Koordiniertes Herumlaufen wäre nicht schlecht“, erklärt die Spielführerin der Nationalmannschaft der Hockeyfrauen, Marion Rodewald, die mit ihrem Team für ein echtes Highlight in der Olympiageschichte sorgte.

Die deutschen Hockey-Frauen Sonja Lehmann, Julia Zwehl, Anke Kuehn und Franziska Gude feiern in Athen 2004 den gewinn der Goldmedaille (Foto: Oliver Multhaup, dpa)

Athen 2004: Die deutschen Hockey-Frauen im "Goldrausch"

„Auf einmal waren wir in Athen im Halbfinale, da waren wir schon super glücklich, dann gewinnen wir das auch noch und dann noch den wirklich haushohen Favoriten Holland zu schlagen, damit hat wirklich kein Mensch gerechnet. So etwas erlebt man, wenn überhaupt, nur einmal Im Leben. Das war schon wirklich sensationell“, erinnert sich Helmut Kluth, der beim Olympiasieg 2004 in Athen als Co-Trainer mit dabei war.

Seit 1980 sind die Feldhockey-Frauen bei Olympia am Ball, die erste Goldmedaille für die deutschen Frauen war eine absolute Überraschung, Rodewald und Co. hatte keiner auf dem Zettel. „das war in Athen einfach so bombastisch, so überwältigend, da hat ja keiner mit dieser Goldmedaille gerechnet, da waren wir die Wundertüten von Athen, dass ist ja jedem noch ein bisschen ein Begriff.“


Trotz allem eine Randsportart

Aber nur noch ein bisschen und genau darin liegt das Problem. Hockey ist eine Randsportart. Das Interesse ist nur selten groß. Das olympische Gold der Frauen 2004, der Weltmeistertitel der Männer 2006 sind schon beinah wieder vergessen. „Wir wünschen uns natürlich mehr Medienberichterstattung, wir wünschen uns mehr Zuschauer. Man steht natürlich auch gerne als Spielsportart ein bisschen in der Öffentlichkeit, das kommt ein bisschen zu kurz“, findet Kluth, der mittlerweile das Männerteam von Rot-Weiß Köln in der zweiten Liga trainiert.

Florian Kunz (Mitte), Christian Wein (links) und Timo Weß beim 3-2-Sieg im August 2002 in Köln gegen Pakistan (AP Photo/Michael Sohn)

Spielführer Timo Weß (Mitte)

Einer seiner Schützlinge dort ist Timo Weß. Weß ist Spielführer der Männer-Nationalmannschaft und Bronzemedaillengewinner von 2004, Gold kennt er nur aus Anekdoten: „Da erzählt man sich natürlich die Geschichte von 72, als Deutschland zum ersten Mal Olympiasieger geworden ist und damals „Bulle“ Krause, auch ein Kölner, das entscheidende Tor geschossen hat. Die Geschichte hat man schon oft gehört und manchmal trifft man ihn auch im Clubhaus und zur späteren Stunde erzählt er das dann auch noch einmal gerne. Das ist recht amüsant“.

Michael „Bulle“ Krause erzielte 1972 in München das Spiel entscheidende 1:0 im Finale gegen Pakistan und erstmals hieß es im Hockey: Gold für Deutschland. Der Anlauf dazu war länger als bei den Frauen, denn die Hockeymänner sind schon seit 1908 bei Olympia dabei. Vielleicht hielten die Verantwortlichen die Sportart für Frauen zunächst einfach für zu gefährlich. Schließlich ist der Ball nicht aus Stoff, sondern aus Hartplastik. Nicht gerade ein Mädchensport. „Ich glaube da gibt es deutlich härtere Mädchensportarten oder Frauensportarten, und wir sind gegen den Ball geschützt. Wir haben Schienenbeinschoner und einen Mundschutz an. Der Torwart ist sogar komplett geschützt“, erklärt Rodewald.


Hockeyguru Indien

Indien - Südkorea Caption: Hockey-Weltmeisterschaft, Gruppe B Indien - Korea am Montag (11.09.2006) in Mönchengladbach: Der indische Nationalspieler Shivendra Singh jubelt über seinen Treffer zum 1:0 gegen Südkorea gemeinsam mit Raj Pal Singh (r) bei der Hockey-WM 2006. Foto: Achim Scheidemann dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++

So jubeln indische Hockey-Asse

Die Hockeynation schlechthin war über Jahrzehnte Indien. Die Inder feierten bereits acht olympische Goldmedaillen, doch ihre Dominanz ist Geschichte. Mittlerweile zählen Deutschland, Holland und Australien bei den Männern, plus Argentinien und China bei den Frauen zu den Top-Teams. Sie haben alle großen Titel in den letzten Jahren untereinander ausgespielt und werden auch in Peking auf dem Podium erwartet.

Die deutschen Männer gelten nach ihren Olympiasiegen 1972 und 1992 als Mitfavorit, falls die deutschen Frauen um Spielführerin Marion Rodewald ihren Titel verteidigen, wäre dies eine kleine Sensation: „Eine Medaille wäre natürlich toll und ist irgendwie auch machbar. Ich lasse das aber eigentlich auf mich zukommen, gerade mit der Erfahrung aus Athen. Es ist alles möglich nach oben wie auch nach unten“.