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Sport

Hockey: Der Star ist der Trainer

Markus Weise führte 2004 die deutschen Hockeyfrauen überraschend zu olympischem Gold, jetzt wiederholte er dieses Kunststück mit den Männern. Das gelang bisher noch keinem Coach einer Ballsportmannschaft.

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Erfolgsgarant: Bundestrainer Markus Weise

Vor zwei Jahren wurden sie im eigenen Land Weltmeister, doch das reichte ihnen nicht: "Man muss Olympiasieger werden, damit sich die Leute in 20 Jahren noch an einen erinnern", meinte Max Müller: "Das haben wir uns heute vorgenommen." Und so hat sie gespielt, getroffen und gewonnen - die deutsche Hockeynationalmannschaft. Das gesamte Turnier über präsentierten sich die deutschen Hockeyasse als echte Mannschaft.

Einen Riesenanteil am Erfolg hat aber vor allem einer - der Trainer. Der Hockey-Superstar ist Markus Weise, auch wenn dieser davon nichts wissen will. "Mir geht es weniger um die Medaille als um die Leistung meiner Spieler", betont der Mannheimer nüchtern. Doch mit dem Triumph bei den Olympischen Spielen in Peking als Coach der deutschen Gold-Jungs gelang Weise die Wiederholung des Sensationssieges von vor vier Jahren als Coach der deutschen Damen - das ist weltweit einmalig.

Tibor Weissenborn Hockey Deutschland

Wichtige Stütze des Olympiasiegers: Tibor Weissenborn (links)

"Markus Weise ist eine Kapazität im Hockeysport", sagte Niklas Meinert und verneigte sich vor seinem Trainer. Der 45-Jährige weiß wie es geht. Immer in Griffweite hat er sein Taktik-Brett. Weise feilt an Strategien und Strafecken. Gegen Holland ging die Rechnung des diplomierten Kaufmanns auf, beim 1:0-Finalsieg gegen Spanien am Samstag ebenfalls.

Die Spieler schätzen Weises Führungsstil. Im Vergleich zu Vorgänger Bernhard Peters, der die Mannschaft im November 2006 nach dem WM-Gewinn im eigenen Land abgegeben hatte und zur mittlerweile in der Fußball-Bundeslga angekommenen TSG Hoffenheim gewechselt war, lässt ihnen Weise mehr Raum zu Entfaltung.

Leistungsträger Tibor Weißenborn: "Ich glaube, dass wir mit dieser Spielweise, wo wir auch Sachen machen können, ohne dass der Trainer uns sie vorgibt und wir dann nachher Kritik ernten, besser zurechtkommen."

Als Spieler hatte Weise übrigens weniger Erfolg. Für seinen Heimatverein TSV Mannheim spielte er in der ersten und zweiten Liga, in die Nationalmannschaft schaffte er es nicht. Als Co-Trainer von Peters verdiente er sich beim Deutschen Hockey-Bund (DHB) dann erste Sporen bei den Männern, im Juli 2003 übernahm er als Bundestrainer die Frauen. Als Peters dann früher als erwartet seinen Posten abgab, fiel die Wahl der Trainer-Findungs-Kommission des DHB fast zwangsläufig auf Weise. Eine weise Entscheidung.

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