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Kultur

Hochwasserlage weiter kritisch

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich vor Ort über die neue Jahrhundertflut in Norddeutschland informiert. Sie besuchte am Sonntag Hitzacker in Niedersachsen, dessen historische Altstadt komplett unter Wasser steht.

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Die Altstadt von Hitzacker ist vollständig überflutet

Merkel und Wulf besucht Hochwassergebiet an der Elbe

Merkel und Wulff verschaffen sich einen Überblick

Begleitet von dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Christian Wulff verschaffte sich Merkel per Hubschrauber ein Bild von der Lage. Anschließend sprach die Bundeskanzlerin, bekleidet mit einer grünen Allwetterjacke und Gummistiefeln, mit Anwohnern und Einsatzkräften. Merkel zeigte sich erschüttert über die Hochwasser-Katastrophe gezeigt. "Das Ausmaß wirkt außerordentlich bedrohlich", sagte die Kanzlerin.

In Hitzacker lag der Elbpegel am Mittag bei 7,62 Meter. Ein historischer Höchststand, der den von 1895 übertrifft: Damals wurden 7,54 Meter gemessen, bei der Jahrhundertflut vor vier Jahren 7,51 Meter. Die Altstadt stand komplett unter Wasser; fast alle Zufahrtsstraßen waren gesperrt. Die Bewohner versuchten verzweifelt, ihr Hab und Gut vor dem Wasser zu retten. Tausende Helfer waren im Landkreis Lüchow-Dannenberg im Einsatz, darunter auch mehrere hundert Bundeswehrsoldaten. Der Scheitelpunkt wird am Montag erwartet.

Probleme bei Stromversorgung

In Lauenburg erreichte der Pegel am Vormittag 9,09 Meter. Damit ist die Höchstmarke der Jahrhundertflut 2002 um 36 Zentimeter überschritten. Starker Westwind verhinderte überdies ein Abfließen des Wassers. Allerdings bildete sich langsam der Scheitelpunkt heraus, so dass die Behörden davon ausgingen, dass der Pegel nicht über 9,20 Meter steigt. Die Stadtverwaltung berichtete von zunehmenden Problemen bei der Stromversorgung und beim Abwasser. Da mehr als 100 Häuser in der Altstadt unter Wasser standen, wurden Ausweichquartiere in einem Schulzentrum bereitgestellt.

Hochwasser bei Dömitz

Die Elbe bei Dömitz

In Mecklenburg stabilisierte sich die Lage etwas. Im Raum Dömitz pegelte sich der Wasserstand bei 6,64 Metern ein. In Boizenburg stieg er jedoch auf 6,73 Meter an, womit er den Rekordstand aus dem Jahr 1895 um drei Zentimeter übertraf. Die Höchstmarken des Jahrhunderthochwassers von 2002 sind bereits deutlich überschritten.

Greenpeace: Klimawandel macht sich bemerkbar

In Brandenburg blieb die Lage angespannt. Der Pegel in Wittenberge verharrt schon seit Tagen auf hohem Niveau und lag am Sonntag bei 7,16 Meter. Besonders kritisch war die Situation am Rühstedter Bogen bei Bälow, wo der Elbelauf einer scharfen Kurve folgt. Dort hatte nach Angaben des Brandenburger Umweltministeriums angespültes Treibgut mehrere Löcher in einen Damm gerissen. In Sachsen entspannte sich dagegen die Lage. Der Katastrophenalarm in Dresden wurde aufgehoben. In Gohlis konnten die Anwohner in ihre evakuierten Häuser zurückkehren.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht davon aus, dass extreme Wasserstände der Elbe zunehmen werden. "Das gilt nicht nur für Hochwasser. Trockenere und heißere Sommer werden auch dazu führen, dass der Fluss erheblich weniger Wasser führen wird", sagte Karsten Smid, Klimaexperte von Greenpeace. Das erneute Jahrhunderthochwasser in Norddeutschland entspreche den von Wissenschaftlern vorausgesagten Szenarien des Klimawandels. (wga)