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Asien

Hochwasserchaos in Bangkok bleibt bisher aus

Die Fluten in Thailand haben Bangkok erreicht. In der Millionen-Metropole herrscht höchste Alarmstufe. Doch die befürchtete Hochwasser-Katastrohe in der Hauptstadt ist bislang ausgeblieben.

Helfer verstärken Deiche, die Bangkok vor den Fluten schützen sollen (Foto: AP)

Helfer verstärken Deiche, die Bangkok vor den Fluten schützen sollen

Bangkok bangt, ob seine Dämme den schwersten Überschwemmungen seit etwa 50 Jahren standhalten. Das Wasser schwappt gegen Schutzwälle aus Sandsäcken rund um die thailändische Hauptstadt. Diese sollten noch weiter von 2,50 Meter auf drei Meter erhöht werden.

Stellenweise ist das Hochwasser bereits in die Hauptstadt eingedrungen. Wie das staatliche Fernsehen NBT meldete, waren einige Teile der Stadt am Samstag (15.10.2011) bis zu 2,30 Meter überschwemmt. Es sind aber vor allem die Außenbezirke, die davon betoffen sind. Thailands Präsidentin Yingluck Shinawatra gab sich überzeugt, dass es gelingen werde, die Einwohner im Zentrum Bangkoks vor den Wassermassen zu schützen. Sie versicherte in einer Radioansprache erneut, die Stadt sei gut gegen die Fluten gerüstet: "Die Hochwasserschutzwände sind nun eingerichtet", sagte sie.

Gefahr ist noch nicht gebannt

Der Pegel des Chao Phraya Flusses steigt (Foto: DW)

Der Pegel des Chao Phraya Flusses steigt

Experten geben aber noch keine Entwarnung: Vor allem von den überfluteten Regionen im Norden des Landes gingen noch Risiken aus, hieß es. Das Hochwasser habe den Fluss Chao Phraya bereits enorm anschwellen lassen. Der Chao Phraya fließt auch durch Bangkok. Viele Menschen in der Millionenstadt sind verunsichert. Weiter geschürt wurden die Ängste durch Fernsehbilder von den schweren Überschwemmungen nördlich von Bangkok.

Dem Aufruf der thailändischen Ministerpräsidentin, die Hauptstadt, wenn möglich zu verlassen, kamen jedoch nur wenige der zwölf Millionen Einwohner nach. Ein Großteil der Menschen deckte sich stattdessen mit Wasservorräten und Nahrungsmitteln ein, um sich auf eine möglicherweise problematische Versorgungslage vorzubereiten. Autobesitzer brachten ihre Fahrzeuge in die oberen Etagen der Parkhäuser. Hausbesitzer errichteten Wälle aus Sandsäcken vor ihren Gebäuden.

Bangkok ist das wirtschaftliche Zentrum Thailands. Dort werden mehr als 40 Prozent des Bruttoinlandprodukts erzeugt. Doch viele der Autobahnen im Großraum Bangkok, die nach Norden führen, sind inzwischen nicht mehr befahrbar.

Ein Drittel Thailands steht unter Wasser

Verstopfte Straßen in den von Fluten betroffenen Gebieten (Foto: AP/dapd)

Die Menschen flüchten aus den von den Fluten betroffenen Gebieten

Seit Ende Juli sind fast 290 Menschen durch die heftigen Regenfälle und Überschwemmungen ums Leben gekommen. Rund ein Drittel des Landes stehen derzeit unter Wasser. Der verursachte Schaden beläuft sich inzwischen auf rund drei Milliarden Dollar.

Auch die zentralen Provinzen Nakhon Sawan, Ayutthaya und Pathum Thani wurden überschwemmt. Seit dem Wochenende stehen ebenfalls die antiken Stätten in Ayutthaya, etwa 90 Kilometer nördlich von Bangkok, unter Wasser. In einigen Regionen von Thailand scheint sich die Situation aber wieder zu bessern: In der nördlichen Provinz Chiang Mai waren einige Städte wieder weitgehend trocken.

Tourismus nur in wenigen Regionen betroffen

Eine Frau im Distrikt Pak Kred in ihrem von Fluten umgebenen Haus (Foto: AP)

Ein Drittel des Landes steht unter Wasser, auch der Distrikt Pak Kred

Der Tourismus in Thailand ist bisher nicht wesentlich beeinträchtigt. Einige Reiseziele, wie etwa Ayutthaya, könnten zwar nicht mehr besucht werden, so die örtlichen Reisebehörden. In andere Orte, wie etwa Chiang Mai, könnten Touristen aber noch ohne Bedenken reisen. Auch am von meterhohen Flutmauern geschützten internationalen Flughafen Suvarnabhumi herrschte Normalbetrieb. Viele Fluggesellschaften und Reiseveranstalter fliegen weiterhin auch von Deutschland nach Thailand. Allerdings rechnet die Branche mit Stornierungen.

Von den starken Regenfällen und Überschwemmungen sind auch Thailands Nachbarländer Kambodscha, Laos und Vietnam betroffen. In Vietnam kamen bislang mehr als 40 Menschen ums Leben, darunter viele Kinder. Zehntausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Tausende Hektar Reisfelder und Obstplantagen sind in dem Gebiet des Mekong-Delta zerstört worden.

Autorin: Ursula Kissel (dpa, rtr, dapd, rtr)
Redaktion: Michael Wehling

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