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Asien

Hochwasser in Brisbane niedriger als befürchtet

Das Hochwasser in Australiens drittgrößter Stadt Brisbane stieg nicht so hoch wie befürchtet. Trotzdem sind die Schäden immens. Die Flut könnte die teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte des Kontinents werden.

Eine Frau steht auf dem erhöhten Eingangsbereich eines Bürogebäudes und pumpt Wasser mit einem Schlauch aus dem Gebäude. Der gesamte Eingangsbereich ist mit Sandsäcken geschützt.(Foto: ap)

Eine Frau pumpt Wasser aus einem Bürogebäude ab

"Der Brisbane River hat jetzt seinen Scheitelpunkt erreicht", erklärte die Polizei am Donnerstag (13.01.2011). Mit einer Höhe von 4,46 Metern blieb die Flut rund einen Meter unter der historischen Höchstmarke des verheerenden Hochwassers von 1974. Damals waren 14 Menschen ums Leben gekommen und tausende Häuser überschwemmt worden. Dennoch sind die Schäden höher als damals, denn Brisbane ist seit dem Jahrhunderthochwasser deutlich gewachsen.

Ein Polizeiauto und ein Absperrband markieren das Ende der befahrbaren Straße. Dahinter sind nur Wasser und Bäume zu sehen. (Foto: ap)

Bis hierhin und nicht weiter: Die Polizei hat die überfluteten Stadtteile von Brisbane abgeriegelt.

Milliardenschäden

Tiefer gelegene Stadtteile der Zwei-Millionen-Stadt wurden komplett überschwemmt. Von einigen Häusern konnte man nur noch das Dach sehen. Brisbanes Bürgermeister Campbell Newman erklärte, dass 11.900 Häuser und 2.500 Geschäfte vollständig unter Wasser ständen. Weitere 14.700 Häuser und 2.500 Geschäfte seien teilweise überschwemmt.

Ein Mann schaut in ein Schaufenster, vor dem Sandsäcke gestapelt sind (Foto: ap)

Schaufensterbummel mal anders: in Brisbane sind viele Geschäfte verbarrikadiert

Mehr als 100.000 Haushalte waren ohne Strom. Der musste abgeschaltet werden, um das Weiterleiten des Stroms über das Wasser zu verhindern. Sonst wären viele Menschen in Lebensgefahr geraten. Die Flut könnte zur teuersten Naturkatastrophe Australiens werden und das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr um einen Prozentpunkt reduzieren. Ein Zentralbankmitglied erklärte, dass das eine Einbuße von fast 13 Milliarden Dollar bedeuten würde.

Allerdings führte die Flutkatastrophe nicht nur zu Sachschäden. So ist am Donnerstag im Lockyer-Tal die Leiche eines Mannes gefunden worden. Damit sind durch das Hochwasser nun mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Dutzend werden vermisst.

"Wiederaufbau wie nach einem Krieg"

Ein Mann und eine Frau gehen über eine Straße in der kniehoch das Wasser steht. Jeder der beiden trägt einen Sack mit Lebensmitteln auf der Schulter. (Foto: ap)

Einkäufe nach Hause zu transportieren ist derzeit schwierig

Anna Bligh, die Regierungschefin von Queensland, sagte, dass der Bundesstaat eine solche Naturkatastrophe noch nie erlebt habe. "Viele Leute werden zu ihren Häusern zurückkehren und feststellen, dass sie dort nie wieder wohnen können", sagte Bligh. Der Brisbane-River hat alles mitgerissen, was am Ufer stand - Boote, Autos, Häuser. Rund Dreiviertel der Fläche von Queensland steht unter Wasser. Ein normaler Alltag findet gegenwärtig nicht statt. Die Einwohner bewegen sich anstatt mit Autos und Eisenbahnen mit Kajaks und Ruderbooten fort. Tausende Bewohner flohen in höher gelegene Gebiete. Ganze Stadtteile wirken wie ausgestorben. Beobachter beschreiben Brisbane als Geisterstadt.

Auch nach der Flut wird es für viele Menschen in der Region nicht leicht werden. Die Regierungschefin von Queensland blickt kritisch in die Zukunft: "Auf uns kommt ein Wiederaufbau wie nach einem Krieg zu."

Autor: Marco Müller (dpa, afp, ap, rtr)

Redaktion: Silke Ballweg

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