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Wirtschaft

Hochnervöse Börsen auf Berg- und Talfahrt

Die Börsen reagieren nervös auf die unsicheren Konjunkturaussichten. Große Kursausschläge im Tagesverlauf zeigen, wie richtungslos die Anleger und Investoren sind.

Börsenhändler vor der DAX-Kurstafel in Frankfurt am Main

Hält der Aufschwung an der Börse?

Zu Beginn des Handels am Dienstag (02.12.2008) hatten auf den Kurstafeln in den europäischen Finanzzentren noch die Minuszeichen dominiert. Im Handelsverlauf koppelten sich die europäischen Börsen dann von den schwachen Vorgaben der New Yorker Wall Street und der asiatischen Börsen ab: Der Deutsche Aktienindex DAX legte zeitweise um mehr als drei Prozent zu. Auch in Paris und London drehten die Indizes nach schwachem Auftakt ins Plus. Nach dem Kurssturz am Vortag eröffnete die New Yorker Wall Street am Dienstag den Handel mit Kursgewinnen.

Kurseinbruch nach schlechten Wirtschaftsdaten

Am Montag hatten negative Konjunkturdaten und die Aussicht auf ein schlechtes Weihnachtsgeschäft die Kurse in den USA auf Talfahrt geschickt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stürzte um 7,7 Prozent ab. Die Börsen in Tokio und Hongkong wurden mit in den Abwärtsstrudel gerissen und verzeichneten schwere Einbußen.

Nach Einschätzung führender US-Ökonomen ist die Wirtschaft in den Vereinigten Staaten bereits vor einem Jahr in eine Rezession abgeglitten. Der Höhepunkt der US-Wirtschaftsleistung sei im Dezember 2007 erreicht worden, stellt das National Bureau of Economic Research (NBER) in einer Analyse fest. Nach sechs Jahren sei der seit November 2001 währende Aufschwung damit zu Ende gegangen.

US-Finanzminister Paulson (links) und Notenbankchef Bernanke

Sorgen um US-Wirtschaft: Finanzminister Paulson (l.) und Fed-Chef Bernanke

Allerdings verwendet das NBER eine sehr breit gefasste Definition für den Rezessionsbegriff. Das Institut hält schon ein Abflauen der Wirtschaftsleistung für ausreichend, während Volkswirte sonst erst von einer Rezession sprechen, wenn die Wirtschaft in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. Dazu ist es in der jüngsten Vergangenheit in den USA aber nicht gekommen. Die NBER-Ökonomen verweisen stattdessen auf den Verlust von 1,2 Millionen Arbeitsplätzen in den zurückliegenden Monaten.

US-Finanzminister Henry Paulson spielte den Bericht herunter. Die Regierung tue alles, um die Krise zu meistern. Notenbankchef Ben Bernanke forderte derweil weitere Hilfen für die US-Wirtschaft. "Unsere nationale Wirtschaftspolitik muss die substanziellen Risiken für die finanzielle Stabilität und das Wirtschaftswachstum nachdrücklich angehen", sagte Bernanke. Zugleich weckte er die Hoffnung auf eine weitere Leitzinssenkung. Analysten erwarten, dass die Notenbank den Zinssatz von derzeit einem Prozent noch im Dezember halbieren wird.

Steinbrück: Europas Wirtschaft nicht vor dem Kollaps

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) warnte derweil vor Panikmache. "Bei manchen habe ich den Eindruck, dass die in der Vorstellung leben, das Abendland geht unter", sagte Steinbrück am späten Montagabend in Brüssel. Europa sei zwar in einer Rezession, das dürfe nicht verharmlost werden. Dennoch stehe die europäische Wirtschaft nicht vor einem Kollaps. EU-Währungskommissar Joaquin Almunia äußerte sich derweil zufrieden mit dem deutschen Krisenmanagement. Die Kommission begrüße die Schritte, die die Bundesregierung zur Belebung der Konjunktur eingeleitet habe.

Geldbörse mit Euro-Münzen

2009: Endlich wieder mehr Geld im Portemonnaie?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor schnellen Steuersenkungen eine Absage erteilt. Auf dem CDU-Parteitag in Stuttgart signalisierte die Kanzlerin allerdings auch, dass dem bereits beschlossenen Konjunkturpaket weitere Schritte folgen könnten. "Deutschland wird sich alle Optionen offenhalten, um die Folgen der Krise wirkungsvoll zu bekämpfen", erklärte Merkel vor den Delegierten.

Die Entwicklung der Löhne in Deutschland nährt zugleich die Hoffnung auf eine stärkere Inlandsnachfrage. Erstmals seit Jahren werden die Realeinkommen nach Einschätzung von Ökonomen 2009 wieder steigen. Fachleute erwarten ein Reallohnplus zwischen 0,5 und 1,5 Prozent. Der Grund liege neben hohen Tarifabschlüssen vor allem in dem deutlichen Rückgang der Inflation, die in erster Linie auf den niedrigeren Ölpreis zurückzuführen ist. (fw)

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