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Asien

Hochhaus-Katastrophen in China und Indien

In den zwei bevölkerungsreichen Städten Schanghai und Neu Delhi ist es zu schweren Hochhaus-Katastrophen gekommen, bei denen mindestens 119 Menschen gestorben sind. Viele werden noch vermisst.

Das abgebrannte Hochhaus in Schanghai. Mindestens 53 Menschen starben (Foto: AP)

Das abgebrannte Hochhaus in Schanghai

Verheerender Hochhausbrand in Schanghai

Nichts ist übrig geblieben: Ein Mann schaut aus dem Fenster seiner abgebrannten Wohnung in Schanghai (Foto: AP)

Nichts ist übrig geblieben: Ein Mann schaut aus dem Fenster seiner abgebrannten Wohnung in Schanghai

In der chinesischen Wirtschaftsmetropole Schanghai war ein 28 Stockwerke hohes Gebäude in Brand geraten. Als Ursache für den Brand vermuten die chinesischen Behörden Schweißer, die ohne Genehmigung arbeiteten. Vier Verdächtige seien bereits festgenommen worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen auf mindestens 53. Weitere 70 Bewohner des Wolkenkratzers werden in Krankenhäusern behandelt.

Der Brand war am Montagnachmittag Ortszeit (15.11.2010) in dem Haus ausgebrochen, das gerade renoviert wurde. Ein Augenzeuge sagte laut Xinhua, das Isoliermaterial am Gebäude sei in Brand geraten. Das Feuer habe sich dann schnell über das ganze Gerüst verbreitet. In dem Haus, das in den 90er Jahren erbaut wurde, lebten vor allem Lehrer aus dem Bezirk Jing'an, in dem das Gebäude liegt. Die Feuerwehr der Wirtschaftsmetropole brauchte mehr als vier Stunden, um das Feuer zu löschen.

Trotz des rasanten Wachstums chinesischer Städte sind hier Brandkatastrophen im Vergleich zu anderen Entwicklungsländern eher selten. Doch die Sicherheitsstandards gelten immer noch als mangelhaft.

Einsturz eines Wohnhauses in Neu Delhi

Rettungsarbeiter suchen nach Überlebenden nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Indien (Foto: AP)

Rettungsarbeiter suchen nach Überlebenden nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Indien

In der indischen Hauptstadt Neu Delhi geschah das Hochhaus-Unglück am Montagabend Ortszeit. Dort stürzte ein fünfstockiges Wohnhaus zusammen und riss mindestens 66 Menschen mit in den Tod. Die Ministerpräsidentin Delhis, Sheila Dikshit, sprach von einer beispiellosen Tragödie. Rund 130 Menschen seien verletzt worden, erklärte das Gesundheitsministerium am Dienstag. Unter den Trümmern werden aber noch weitere Opfer vermutet.

Nach Angaben der Behörden war das Haus - wie auch andere in der Nachbarschaft - illegal in der Nähe des Flusses Yamuna errichtet worden. Die in diesem Jahr extrem starken Monsun-Regenfälle und das darauf folgende Hochwasser beschädigten möglicherweise das Fundament. Andere Häuser in der Gegend wurden evakuiert.

Die Polizei erstattete Anzeige wegen Totschlags gegen den Hausbesitzer, der seit dem Einsturz nicht aufzufinden sei. Nach Angaben der indischen Nachrichtenagentur PTI ist das Fundament des fünfstöckigen Gebäudes nur für drei Stockwerke ausgelegt gewesen. Ein Bewohner, der fünf Brüder bei dem Einsturz verloren hat, sagte Agenturberichten zufolge, das Haus habe rund 50 Zimmer gehabt. In jedem Raum hätten mindestens fünf Menschen gelebt. Die meisten Bewohner waren Arbeiter, die aus den verarmten Bundesstaaten Bihar und West-Bengalen in die Hauptstadt gekommen waren. Die Polizei schätzt, dass sich 200 bis 250 Menschen zum Zeitpunkt des Einsturzes in dem Haus aufhielten.

Autorin: Rayna Breuer (dpa, afp, dapd)

Redaktion: Marko Langer

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