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Wissen & Umwelt

HMTD – ein hochexplosiver Initialsprengstoff

Schon kleinste Mengen HMTD reichen aus, um schlimmste Verstümmelungen zu verursachen. Die Gefährlichkeit der Substanz stufen Experten als enorm hoch ein.

HMTD-Pulver in Uhrglasschälchen (Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hmtd_in_uhrglasschaelchen.jpg)

Dieses Pulver kam per Brief ins Bundespräsidialamt

HMTD ist ein Initialsprengstoff. Solche chemischen Substanzen müssen nicht aufwendig gezündet werden sondern explodieren schon durch kleinste Einwirkungen. Ein kurzer Schlag mir der Hand, ein leichter Stoß, ein bisschen Reibung und schon fliegt der Stoff in die Luft. Er ist außerdem sehr hitzeempfindlich, schon Sonneneinstrahlung reicht für eine Detonation aus.

HMTD ist sehr sprengfähig, sagt Horst Krause vom Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie ICT: "Eine teuflische Sache. Schon ein paar Gramm in einem Briefumschlag reichen aus, um die Hand zu verlieren." HMTD ist ein weißes Pulver. Es besteht aus gerade mal drei chemischen Zutaten, die "leider kommerziell zu erwerben sind", bedauert Krause. "Wer sie haben will, bekommt sie." Der Explosivstoff gehört zu den sogenannten Homemade Explosives, die jeder einfach und schnell "in der Küche synthetisieren kann." Und tatsächlich: Recherchiert man im Netz, finden sich allerlei ausführliche Rezepte - immerhin mit dem Hinweis, dass die Gefährlichkeit sehr hoch sei. Auf einer Website heißt es: "Kleinstes Missgeschick reicht, um dich für immer zu verunstalten!"

HMTD (Hexamethylentriperoxyddiamin) lässt sich nur schwer detektieren. Röntgenstrahlen nutzen nichts; Spürhunde sind jedoch in der Lage, es zu erschnüffeln. Eine praktische Verwendung gibt es für das weiße Pulver weder militärisch noch gewerblich. Dafür ist es zu instabil, die Gefahr einer ungewollten Explosion wäre zu hoch, außerdem ist es feuchtigkeitsempfindlich und zersetzt sich mit der Zeit selbst. So ist HMTD vor allem ein hochgradig gefährliches Spielzeug für Hobby-Pyrotechniker oder eine tückische Waffe als Briefbombe.