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Weltaidstag

HIV-Infektionen weltweit unverändert hoch

Fast zwei Millionen Menschen weltweit infizieren sich jährlich mit dem HI-Virus. Das hat die Stiftung Weltbevölkerung unmittelbar vor dem Weltaidstag bekannt gegeben. Doch die Hoffnung auf einen Impfstoff wächst.

Seit sechs Jahren ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen nach Angaben der deutschen Stiftung Weltbevölkerung nicht gesunken. Täglich seien es mehr als 5.200 Erwachsene, die sich mit dem HI-Virus anstecken. Die anhaltend hohen Zahlen machten deutlich, dass Prävention das "A und O" sei, um die Epidemie zu beenden, teilte die Stiftung in Vorbereitung zu dem Weltaidstag am 1. Dezember mit.

In China beispielsweise ist die Zahl der Menschen mit HIV-Infektionen und Aidserkrankungen einer staatlichen Statistik zufolge in weniger als einem Jahr um 14 Prozent gestiegen. Seit Jahresbeginn wurden rund 96.000 neue Infektionsfälle dem Chinesischen Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention gemeldet, berichten staatliche Medien.

HIV-Tests in einem Automaten an einer chinesischen Universität (Reuters/Str.)

HIV-Tests in einem Automaten an einer chinesischen Universität

Experten sehen in dem drastischen Anstieg der Infektionsmeldungen einen speziellen Grund: Viele Chinesen haben erst im vergangenen Jahr von ihrer HIV-Infizierung erfahren, nachdem landesweit ein neues Test-und Behandlungsverfahren eingeführt wurde.

HIV-Infektionen unter Jugendlichen steigt

Auf den Phillipinen nehme die Infektionsrate rapide zu, warnte die Aidshilfe-Organisation der Vereinten Nationen (UNAIDS). Die nationale Jugendkommission zeigte sich "alarmiert" angesichts einer "Aids-Epidemie" bei jungen Menschen im Land.

"Die HIV-Epidemie hat ein neues Gesicht", sagte Kommissionschefin Aiza Seguerra philippinischen Medien. "Das Gesicht eines jungen Menschen." Hauptübertragungsweg sei ungeschützter Geschlechtsverkehr. Von den 29 Philipinern, die sich täglich anstecken, seien mehr als die Hälfte zwischen 15 und 24 Jahren alt.

Hoffung auf neuen Impfstoff

Neue Testphase für HIV-Impfstoff in Südafrika (Getty Images/AFP/M. Safodien )

Vier Jahre lang will Südafrika einen neuen Impfstoff testen

In Südafrika startet derweil die erste Testphase für einen neuen HIV-Impfstoff, teilte der Medizinische Forschungsrat des Landes mit. Der experimentelle Impfstoff basiert auf einer Studie in Thailand. Er konnte damals einen 30-prozentigen Schutz über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren gewährleisten. Die weiterentwickelte Impfung soll an 5400 Freiwilligen in 15 landesweiten Forschungszentren getestet werden. In Südafrika ist laut UNAIDS knapp ein Fünftel der Bevölkerung mit HIV infiziert.

38 Millionen Menschen weltweit lebten UNAIDS zufolge 2015 mit dem HIV-Virus. Die Zahl der Aids-Todesfälle ist nach Angaben der Stiftung Weltbevölkerung in den vergangenen zehn Jahren um 45 Prozent gesunken. Der starke Rückgang zeige, dass sich die Investitionen in die Behandlung der Immunschwächekrankheit auszahle. Doch gerade Jugendliche und Mädchen in Entwicklungsländern seien weiterhin einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt.

myk/rb (dpa, epd, kna)