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Aktuell Europa

Hitlers Geburtshaus soll Staatseigentum werden

Die Kleinstadt Braunau würde wohl kaum jemand kennen, wenn dort nicht Adolf Hitler geboren worden wäre. Nun will die Regierung die Besitzerin des Geburtshauses des Nazi-Diktators enteignen, um Missbrauch vorzubeugen.

Ein kleines gelbes Eckhaus zwischen Boutiquen und Handwerksläden wird zum Streitobjekt der Nation. Das Gebäude in der österreichischen Kleinstadt Braunau am Inn ist weltbekannt, denn Braunau gilt als personifizierte Geburtsstadt des Bösen. Im April 1889 wurde dort Adolf Hitler geboren. Nach jahrelangen erfolglosen Verhandlungen über die Nutzung des leerstehenden Hauses hat sich die österreichische Regierung entschlossen, den Weg zur Enteignung der Eigentümerin des Geburtshauses von Adolf Hitler konkret zu prüfen und eine dazu nötige Gesetzesänderung vorzunehmen. Entsprechende Presseberichte bestätigte das Innenministerium in Wien.

Die Besitzerin, die das Gebäude der Regierung bisher nicht verkaufen wollte, soll entschädigt werden. "Wir haben in den vergangenen Jahren gesehen, dass die Enteignung der einzige Weg ist, um eine Nutzung des Gebäudes im Sinne einer nationalsozialistischen Wiederbetätigung ausschließen zu können", sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Nähere Angaben dazu machte er nicht, doch gab es nach einem Bericht der "Oberösterreichischen Nachrichten" immer wieder "dubiose Versuche" aus aller Welt, die Immobilie zu erwerben, unter anderem auch von einem russischen Duma-Abgeordneten. Nun wolle der Staat "den Spuk beenden".

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Geburtshaus Adolf Hitler in Braunau

Lange wohnten Klara und Alois Hitler mit ihrem Sohn dort nicht. Schon nach wenigen Wochen zog die Familie aus. 1892 verließen sie Braunau

Idee für eine "adäquate Nutzung" gesucht

In dem Haus war der spätere deutsche Diktator am 20. April 1889 zur Welt gekommen. Nach dem "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 kauften es die Nationalsozialisten, 1952 wurde es der ehemaligen Besitzerfamilie zurückgegeben. Die Republik Österreich schloss später einen Mietvertrag ab, der immer wieder verlängert wurde. Zeitweise waren in dem Haus, vor dem heute ein Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus steht, Werkstätten und Tagesheimstätten für Behinderte untergebracht. Seit 2011 steht das Anwesen leer, pro Monat werden nach dem Zeitungsbericht weiterhin rund 4800 Euro Miete fällig. Parallel zum Enteignungsverfahren wolle die Regierung nun eine Kommission einsetzen, die Empfehlungen für eine "adäquate Nutzung" erarbeite.

pab/stu (afp, dpa)