1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kunst

Hitler-Skulptur für 17,2 Millionen Dollar versteigert

Eine Wachsfigur des Künstlers Maurizio Cattelan hat im New Yorker Auktionshaus Christie’s eine Rekordsumme erzielt. Sie zeigt den Diktator in demütiger Pose – und mit echtem Menschenhaar.

Die Hände wie zum Gebet zusammengefaltet und mit ernster Miene kniet er auf dem Boden: Die Skulptur zeigt den Tyrannen Adolf Hitler in demütiger Position. Das Werk des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan wurde am Sonntagabend (Ortszeit) in New York für 17,2 Millionen Dollar (15,1 Millionen Euro) versteigert. Damit übertraf es die Erwartungen des Auktionshauses Christie's, das mit einem Verkaufswert von zehn bis 15 Millionen Dollar (8,8 bis 13,2 Millionen Euro) gerechnet hatte. Die bisherige Rekordsumme für eine Arbeit von Cattelan lag bei 7,9 Millionen Dollar (6,9 Millionen Euro).

Auftakt zu hochkarätiger Auktionsreihe

Die kindsgroße Figur trägt den schlichten Namen "Him" und besteht aus Wachs, Polyesterharz und menschlichen Haaren. Sie wurde 2001 fertiggestellt und gehörte bisher dem Hedgefonds-Manager David Ganek. Mit der Versteigerung von "Him" eröffneten die New Yorker Auktionshäuser Christie's und Sotheby's ihre Reihe "Bound to Fail" (deutsch: "Zum Scheitern verurteilt"). Insgesamt kommen 39 Kunstwerke unter den Hammer. Darunter befinden sich Arbeiten wie Bruce Naumans Skulptur "Henry Moore Bound to Fail" und Marcel Duchamps Lithographie "L.H.O.O.Q.", die die Mona Lisa mit Schnurr- und Spitzbart parodiert.

Maurizio Cattelan gilt als Provokateur. Für Empörung hatte er 2012 gesorgt, als er seine Hitler-Figur in einem Hauseingang im Warschauer Ghetto aufstellte. Eine andere Skulptur des italienischen Künstlers zeigt den ehemaligen Papst Johannes Paul II., der von einem Meteoriten erschlagen wird. Bezeichnenderweise fiel die Versteigerung der Hitler-Skulptur auf den 71. Jahrestag der Kapitulation Nazideutschlands, die das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa zur Folge hatte.

fs/nf (dpa, süddeutsche.de, handelsblatt.com)