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Kultur

Hitler-Comic in der Schule

Die Nazis als Bildergeschichte? Geschmacklos und realitätsfern, finden die einen - pädagogisch wertvoll die anderen. Mit dem Band "Die Suche" wird die NS-Zeit zum Comic-Strip.

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Auf der Flucht vor den Nazis: Geschichte als Comic

Konzentrationslager, Judenvernichtung, das Dritte Reich als Comic - geht das? Die jüngste Geschichte Deutschlands auf Sprechblasen reduzieren? Den Holocaust gar vereinfachen? Ja, es geht.

Endlich erzählen

Im Comic "Die Suche" schafft die fiktive Jüdin Esther Hecht die Flucht vor den Nazis im Zweiten Weltkrieg. Ihre Eltern schaffen es nicht. Sie werden mit dem Zug nach Auschwitz deportiert und ermordet - Esther aber überlebt den Krieg. Und schweigt. Bis ihr Enkelsohn Daniel neugierig nachfragt, und Esther zu erzählen beginnt. Die jüdsche Sicht des Holocaust einmal ganz anders. Der niederländische Zeichner Eric Heuvel hat den nüchternen Stil eines Hergé - passend für 60 Seiten schwere Kost.

Comic im Unterricht

Herausgeber ist das Anne Frank-Zentrum Amsterdam und Berlin, mit einem Pilotprojekt wurde der Comic im Geschichtsunterricht getestet. Die Lehrerin Jutta Weiler unterrichtet Geschichte an der Anne Frank-Gesamtschule in Düren. "Ich teste, ob Jugendliche mit Hilfe dieses Comics Interesse an dem Thema bekommen. Mit dem biografischen Ansatz des Comics ist eine andere Form der Auseinandersetzung damit möglich", sagt die Lehrerin.

Schüler sind skeptisch

Allerdings gibt es unter den Schülern unterschiedliche Ansichten. Nicht bei allen in der Klasse kommt das bunte, 60-seitige Heft an. "Das ist zu weich und stellt die NS-Zeit harmlos dar", findet die Schülerin Carmen Bönsch.

Hitler und Comic Flash-Galerie

Comics im Unterricht: "Zu harmlos"

"Was für Kinder"

"Ich halte überhaupt nichts vom Comic", sagt sie, "weil ein Comic ist eben für Kinder, etwas zum entertainen, ein Unterhaltungsmaterial. Es drückt auch nicht die Dramatik aus, die es ausdrücken sollte." Viele ihrer Mitschüler teilen diese Meinung und kritisieren die Realitätsferne, die durch die Zeichnungen entstehe. Ein Comicbild könne keine Fotos ersetzen und somit auch nicht dieselben Gefühle und Emotionen vermitteln. Für andere Mitschüler ist der Comic ein Gewinn. Anhand der Bilder, könne die Geschichte des Dritten Reichs viel einfacher verstanden werden.

Hitler und Comic Flash-Galerie

Hitler als Comicfigur

Autor: Murat Koyuncu
Redaktion: Elena Singer