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Sport

Historischer Doppelerfolg im Slalom

Felix Neureuther und Fritz Dopfer dominieren die Slalom-Abfahrt in Slowenien. Viele Tränen gibt es beim letzten Rennen von Tobias Angerer und Jens Filbrich. Claudia Pechstein und Severin Freund sorgen für Höhepunkte.

Die Olympischen Winterspiele in Sotschi verliefen für Felix Neureuther alles andere als erfolgreich. Nach einem Autounfall kurz vor den Wettkämpfen in Russland, wurde der Skirennläufer nicht rechtzeitig gesund und verpasste so die Medaillenränge. Viel besser lief es beim Weltcup-Slalom im slowenischen Kranjska Gora: Neureuther feierte seinen insgesamt vierten Saisonsieg. Der 29-Jährige setzte sich auf der anspruchsvollen Abfahrt mit einem Vorsprung von 0,59 Sekunden gegen seinen Teamkollegen Fritz Dopfer durch. Damit sorgen die beiden Athleten für den ersten deutschen Doppelerfolg im Weltcup überhaupt. "Es ist genial für mich, endlich zahlt sich die Arbeit mal aus. Dass Felix auch noch gewinnt, ist umso genialer", sagte ein überglücklicher Dopfer.

Mit seinem vierten Saisonerfolg übernahm Neureuther, vor dem letzten Slalom des Winters am kommenden Sonntag (16.03.2014) auch die Führung im Gesamtweltcup. Fünf Punkte liegt er nun vor dem Österreicher Marcel Hirscher. Der einzige Deutsche, der den Slalom-Weltcup bisher für sich entscheiden konnte, ist Armin Bittner. Er triumphierte in den Jahren 1989 und 1990. Für Neureuther bedeutete der Sieg aber noch mehr als nur die Führung in der Disziplinenwertung: "Man sieht: Selbst aus den größten Niederlagen komme ich gestärkt raus. Ich kann sehr, sehr stolz sein, dass ich mich nicht habe hängen lassen. Das tut brutal gut", sagte der 29-Jährige mit Blick auf die verkorksten Winterspiele.

"Danke für eine geile Zeit"

Gemeinsam über die Ziellinie: Die Langläufer Tobias Angerer (r.) und Jens Filbrich bei ihrem letzten Rennen ihrer Karriere

Gemeinsam über die Ziellinie: Die Langläufer Angerer und Filbrich bei ihrem letzten Rennen ihrer Karriere

Für einen tränenreichen Abschied sorgte das letzte Rennen der beiden Skilangläufer Tobias Angerer und Jens Filbrich. Am Holmenkollen in Olso wollte es der Zufall, dass die beiden Athleten kurz vor Schluss auf der Strecke aufeinandertrafen. Und so wurden die letzten Kilometer für das Vorzeige-Duo des deutschen Skilanglaufs zu einer gemeinsamen Ehrenrunde. Vom norwegischen Publikum gefeiert, überquerten Angerer und Filbrich Arm in Arm die Ziellinie.

"Einen besseren Abschied gibt es nicht. Ich bin sehr glücklich, dass es so gelaufen ist", sagte Filbrich. Familien, Trainer, Techniker und Teamkollegen warteten im Ziel, in der Hand hielten sie ein Plakat mit der Aufschrift "Tobi und Fibs - Danke für die geile Zeit". Dass es auf den Plätzen 44 und 45 nicht mehr zu Weltcup-Punkten reichte, war am Ende egal. Der Sieg in Oslo ging nach 2:07:29 Stunden an den Schweden Daniel Richardsson. Zweiter wurde Martin Johnsrud Sundby aus Norwegen, der sich damit den Sieg im Gesamtweltcup sicherte.

Björgen mit Jubiläum

Bei den Frauen setzte Marit Björgen einen weiteren Meilenstein. Die sechsmalige Olympiasiegerin aus Norwegen siegte über 30 Kilometer und stand zum 100. Mal in ihrer Weltcup-Karriere auf dem Podest. Björgen gewann zudem als erste Langläuferin der Geschichte zum vierten Mal das längste Rennen der Saison, im Ziel hatte die 33-Jährige stolze 1:41 Minuten Vorsprung auf Teamkollegin Therese Johaug.

Freund gewinnt am Holmenkollen

Skispringer Severin Freund hat als erster Deutscher seit Sven Hannawald vor 14 Jahren einen Weltcup am legendären Holmenkollen in Oslo gewonnen. Der 25-Jährige siegte nach Flügen auf 132 und 130,5 Meter mit 265,4 Punkten deutlich vor dem Norweger Anders Bardal (252,1) und Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen (245,4), der damit seine Führung im Gesamtklassement ausbauen konnte. Für Freund war es der vierte Saisonsieg, in der Gesamtwertung belegt er derzeit den dritten Rang und hat vor den beiden letzten Einzelkonkurrenzen in 14 Tagen in Planica noch Chancen auf Platz zwei. "Hier zu gewinnen, ist etwas Besonderes. Das ist ein ganz spezieller Ort, und heute hat er mich endlich gemocht", sagte Freund.

Pechstein mit goldenem Schlusspunkt

Mit 42 Jahren schafft Eisschnellläuferin Claudia Pechstein noch einmal einen Weltcup-Sieg in Inzell. (Foto: afp)

Mit 42 Jahren schafft Eisschnellläuferin Claudia Pechstein noch einmal einen Weltcup-Sieg in Inzell

Eisschnellläufer Nico Ihle riss strahlend die Arme in die Luft, Jenny Wolf feierte einen würdigen Abschied von ihren deutschen Fans mit einer Ehrenrunde, den goldenen Schlusspunkt aber setzte Claudia Pechstein im Massenstartrennen. Die deutschen Eisschnellläufer haben beim Weltcup in Inzell das bei Olympia angekratzte Image aufpoliert. "Es hat noch keine gegeben, die mit 42 Jahren einen Weltcupsieg erkämpft. Das lief heute super", meinte Pechstein nach ihrem Sieg glücklich.

Super Stimmung herrschte auch bei Nico Ihle, der seine aktuelle Superform erneut unter Beweis stellte. Im 500-Meter-Sprint belegte er den zweiten Platz und schaffte die beste Weltcup-Platzierung seiner Laufbahn. Nach 34,97 Sekunden musste sich der 28-Jährige nur dem niederländischen Olympia-Zweiten Jan Smeekens geschlagen geben. "Das ist super. Ich habe nachgelegt, es hat alles gepasst", sagte Ihle.

Biathleten enttäuschen

Die deutschen Biathleten sind zum Abschluss des Weltcups im slowenischen Pokljuka am Podest vorbeigelaufen. Im Massenstart-Rennen über 15 Kilometer erreichte Daniel Böhm als bester Athlet des Deutschen Skiverbandes (DSV) einen ordentlichen achten Rang. Nicht zu schlagen war an diesem Tag der Schwede Björn Ferry, der sich vor dem Gesamtweltcup-Führenden Martin Fourcade aus Frankreich und Staffel-Olympiasieger Jewgeni Ustjugow aus Russland durchsetzte.

Bei den Frauen dominierte einmal mehr die dreifache Olympiasiegerin von Sotschi Darja Domratschewa aus Weißrussland. Sie gewann mit 22,2 Sekunden Vorsprung vor der Finnin Kaisa Mäkäräinen und Olga Saizewa aus Russland. Die deutschen Biathletinnen mussten erneut eine Enttäuschung hinnehmen. Im Massenstart-Rennen über 12,5 Kilometer reichte es für Andrea Henkel als beste DSV-Athletin nur zum zwölften Rang.