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WM-Qualifikation

Historische Pleite für DFB-Frauen

Die Auswahl von Bundestrainerin Steffi Jones unterliegt nach einer desolaten Vorstellung gegen Island mit 2:3. Die Fußballerinnen kassieren nach zuletzt 26 Siegen in Serie eine Niederlage in der WM-Qualifikation.

Katastrophale Fehler hinten, harmlos nach vorne - nach dem EM-Debakel erhalten die Diskussionen um Bundestrainerin Steffi Jones nun neue Nahrung. Die punktgleichen Isländerinnen verdrängen mit ihrem ersten Sieg über Deutschland überhaupt das DFB-Team von der Tabellenspitze der Gruppe 5. "Es geht nicht, dass man uns mit so einfachen Mitteln schlägt", sagte Jones wütend. "Island wollte das unbedingt und wenn wir da nicht gegenhalten, werden wir lange brauchen, um in die Erfolgsspur zu kommen."

Nur die sieben Gruppensieger qualifizieren sich direkt für die WM in zwei Jahren. Die vier besten Gruppenzweiten müssen in eine Play-off-Runde. Das nächste Spiel steht für die DFB-Auswahl am Dienstag in Großaspach gegen die Färöer an.

In Wiesbaden glich Rückkehrerin Alexandra Popp (42.) die isländische Führung durch Dagny Brynjarsdottir (15.) noch aus. Kurz nach Wiederanpfiff brachte Elin Metta Jensen (46.) die Gäste wieder 2:1 in Front. Brynjarsdottir (58.) erhöhte wenig später mit ihrem zweiten Treffer sogar auf 3:1. Lea Schüller konnte in ihrem Länderspieldebüt in der 88. Minute nur noch auf 2:3 verkürzen.

Torhüterin Laura Benkrath hatte als Belohnung für ihre tadellosen Leistungen als Schult-Ersatz bei den beiden Qualifikationssiegen gegen Slowenien (6:0) und in Tschechien (1:0) sowie in der Bundesliga den Vorzug vor der etatmäßigen Nummer eins, Almuth Schult, erhalten. In ihrem achten Länderspiel machte die 25-Jährige aber einen überwiegend unsicheren Eindruck.

Vor 4.292 Zuschauern ließ sich die deutsche Mannschaft von der robusten Gangart der mutig aufspielenden Isländerinnen schwer beeindrucken. In der deutschen Offensive fehlte es ohne einige verletzte Stammkräfte um Spielführerin Dzsenifer Marozsan an Struktur und zündenden Ideen.

Torhüterin Benkrath zu unsicher
Bei einem schlecht verteidigten Einwurf nach knapp einer Viertelstunde reagierte Benkarth bei einer Flanke zu zögerlich, so dass die lauernde Brynjarsdottir abstauben konnte. Nur fünf Minuten später schlug Benkarth bei einem Rückpass von Babett Peter ein Luftloch und hatte Glück, dass der Schuss von Elin Metta Jensen auf das leere Tor nur an den Pfosten ging. Kurz vor der Pause sorgten dann zwei erfahrene Kräfte für den Ausgleich: Simone Laudehr flankte von rechts, Popp wuchtete den Ball per Kopf ins Tor. Beide hatten beim Viertelfinal-Aus bei der EM im Sommer in den Niederlanden verletzt gefehlt. Nach der Pause traf Popp (46.) zunächst die Latte, dann aber deckte Island die Schwächen der deutschen Mannschaft schonungslos auf. Bei Jensens Schuss aus rund zwölf Metern war Benkarth machtlos, erneut die starke Brynjarsdottir vollendete einen Konter eiskalt.

Vor der Partie war Anja Mittag offiziell verabschiedet worden. Die Angreiferin war nach der EM und 158 Länderspielen (50 Tore) aus dem Nationalteam zurückgetreten.

mrl/sw (sid und dpa)

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