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Aktuell Europa

Historiker Garton Ash erhält Karlspreis 2017

Es ist eine der bedeutendsten Ehrungen Europas. In diesem Jahr erhält der britische Historiker Timothy Garton Ash den Aachener Karlspreis für seine besonderen Verdienste um die Debatte über Normen und Werte in Europa.

Timothy Garton Ash ist der 59. Träger der Auszeichnung. Das Werk des herausragenden Wissenschaftlers sei Anstoß einer vor allem in Europa notwendigen Debatte über Normen und Werte, stellte das Karlspreisdirektorium in der Begründung fest. "Er tritt dafür ein, dass die Demokratie und ihre Prinzipien, eine liberale und offene Debattenkultur sowie die Verteidigung der Wahrheit gegenüber der Lüge in der Kommunikation erhalten bleiben." Garton Ash biete den Populisten und Vereinfachern unserer Zeit die Stirn und entwickle Ideen wie wir uns in der globalisierten Welt verhalten sollten. Er leiste damit wertvolle Beiträge zum Selbstverständnis Europas.

Das Brexit-Votum der Briten im Juni habe der bedeutende englische Europäer und europäische Engländer als größte Niederlage seines politischen Lebens bezeichnet. Er wolle aber nicht aufgeben, für eine enge Bindung des Vereinten Königreichs und der EU einzutreten. 

Der Historiker und Publizist wurde am 12. Juli 1955 in London geboren. Er leitet als Professor ein Zentrum für europäische Studien an der Universität Oxford. Als leidenschaftlicher Europäer, der immer wieder auf die Notwendigkeit eines geeinten Europas hinweist, hatte Garton Ash 2013 bereits den europäischen Medienpreis in Aachen erhalten.

Karl der Große - der erste Einiger Europas

Der "Internationale Karlspreis der Stadt Aachen" wird für besondere Verdienste um die europäische Einigung verliehen. Er genießt hohes Ansehen, weil er der älteste europapolitische Preis Deutschlands ist und jedes Jahr zur Preisübergabe einen äußerst prominenten Kreis von Politikern und Würdenträgern zusammenbringt. Seit 1950 vergibt ein Verein in Aachen den Karlspreis.

Zu den bisherigen Preisträgern gehören etliche europäische Spitzenpolitiker, mehrere Bundeskanzler und Bundespräsidenten, ein US-Präsident, das Volk von Luxemburg, die Währung Euro und auch zwei Päpste. Im vergangenen Jahr war Papst Franziskus mit dem Karlspreis ausgezeichnet worden. Johannes Paul II. erhielt 2004 in Rom einen "außerordentlichen" Karlspreis. 2015 hatte der damalige EU-Parlamentspräsident Martin Schulz die Medaille erhalten.

Namensgeber für den Preis ist Kaiser Karl der Große (747/748-814). Er gilt als erster Einiger Europas. Ende des achten Jahrhunderts wählte er Aachen zu seiner Lieblingspfalz. Der Karlspreis wird traditionell an Christi Himmelfahrt verliehen.

qu/uh (dpa, Karlspreis.de)

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