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Nahost

Hisbollah will sich nicht entwaffnen lassen

Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit Monaten hat der Chef der radikalislamischen Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, eine Entwaffnung seiner Organisation abgelehnt. Israel reagierte scharf.

Will die Waffen nicht abgeben: Scheich Nasrallah

Will die Waffen nicht abgeben: Scheich Nasrallah

Die Hisbollah-Miliz wird sich nach den Worten ihres Chefs Scheich Hassan Nasrallah nicht gewaltsam entwaffnen lassen. "Keine Armee der Welt wird uns dazu bringen, unsere Waffen aus den Händen zu geben", sagte Nasrallah am Freitag (22.09.) bei einer Kundgebung in Beirut vor hunderttausenden Anhängern. Es war der erste öffentliche Auftritt des Hisbollah-Führers seit Beginn des militärischen Konflikts mit Israel am 12. Juli.

Seine Miliz werde ihre Waffen erst niederlegen, wenn die Regierung im Libanon stark genug sei, das Land zu schützen, sagte Nasrallah in seiner mehr als einstündigen Rede. Die Hisbollah besitze immer noch 20.000 Raketen, erklärte er weiter. Daran könnten auch die internationalen Truppen der UNIFIL nichts ändern. Die deutsche Marine beteiligt sich an dem internationalen Einsatz vor der
libanesischen Küste, mit dem der Schmuggel von Waffen für die Hisbollah unterbunden werden soll.

Siegesfeiern in Beirut

Siegesfeiern in Beirut

Israel reagierte scharf auf die Rede Nasrallahs: Die Hisbollah spucke mit der Weigerung, sich zu entwaffnen, der internationalen Gemeinschaft ins Gesicht, sagte Regierungssprecher Mark Regev in Jerusalem. "Nasrallah fordert nicht nur die Regierung im Libanon heraus, sondern auch die gesamte internationale Gemeinschaft." Diese könne es sich nicht leisten, "dass dieser iranisch finanzierte Extremist in das Gesicht der organisierten Gemeinschaft der Nationen spuckt", sagte Regev weiter.

Nasrallah weiter auf der Liste Israels

Israel hatte angekündigt, Nasrallah trotz der seit dem 14. August geltenden Waffenruhe weiter zu jagen. Nasrallahs Vorgänger Abbas el Musawi war 1992 gemeinsam mit seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter bei einer Hisbollah-Kundgebung durch einen israelischen Luftangriff getötet worden.

Nasrallah war am Freuitag von der Menge in Beirut begeistert begrüßt worden. Der Hisbollah-Führer, dessen Popularität seit dem Krieg enorm gewachsen ist, hatte zu der Kundgebung aufgerufen, um den "göttlichen und historischen Sieg" über Israel zu feiern. Seine Miliz werde ihre Waffen erst niederlegen, wenn die Regierung im Libanon stark genug sei, das Land zu schützen, sagte Nasrallah.

Schwache Regierung im Libanon?

Die Nasrallah-Rede: Eine Ohrfeige für das internationale Engagement?

Die Nasrallah-Rede: Eine Ohrfeige für das internationale Engagement?

Der libanesische Verteidigungsminister Elias Murr sagte der französischen Zeitung "Le Monde", die Regierung sei bereit, Hisbollah-Kämpfer in reguläre Armeeeinheiten zu integrieren. Sobald die libanesische Armee besser ausgerüstet sei, könnten Hisbollahkämpfer beispielsweise beim Schutz von Dörfern im Südlibanon helfen.

Die israelische Armee setzte derweil ihren Rückzug aus dem Süden Libanons fort. Die Soldaten begannen mit der Räumung der Grenzstadt Nakura und der Region Mais el Dschabal an der libanesisch-israelischen Grenze, wie der Chef der UN-Truppen im Libanon, der französische General Alain Pellegrini, mitteilte.

Israelische Soldaten im Austausch

In Bezug auf die beiden von der Hisbollah festgehaltenen israelischen Soldaten sagte Nasrallah, eine Freilassung komme nur im Austausch gegen libanesische Häftlinge in Frage. Die Entführung von zwei israelischen Soldaten war im Juli der Auslöser für die israelischen Angriffe auf den Libanon gewesen. Der Krieg wurde nach 34 Tagen mit einer UN-Waffenstillstandsresolution beendet. (ina)

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