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Nahost

Hisbollah Drahtzieher des Hariri-Anschlags?

In den Ermittlungen zum Mord an dem libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik al-Hariri zeichnet sich einem Medienbericht zufolge eine überraschende Wende ab.

Soldaten sichern Anschlags-Tatort (Quelle: AP)

Ein Bild der Verwüstung nach dem Bombenanschlag auf Rafik al-Hariri

Das Uno-Sondertribunal, das die Mordattacke untersucht, hat angeblich neue Erkenntnisse über die Drahtzieher des Attentats, hält sie jedoch zurück. Wie die englische Ausgabe von "Spiegel online" am Samstag (23.05.2009) unter Berufung auf informierte Kreise im Umfeld des UN-Tribunals berichtete, verfolgt die UN-Untersuchungskommission eine neue Spur zur radikalen Schiiten-Organisation Hisbollah. Demnach gibt es Hinweise darauf, dass Spezialkräfte der Hisbollah den Anschlag geplant und ausgeführt hätten und nicht, wie bisher vermutet, Syrien dahinter stecke. Die Informationen deckten sich mit Angaben aus internen Dokumenten, hieß es in dem Bericht weiter.

Wie das Nachrichtenmagazin darüber hinaus berichtet, sind die brisanten Erkenntnisse dem Spürsinn von Informanten und neuen Technologien zu verdanken. Eine Sondereinheit der libanesischen Sicherheitskräfte will die Nummern von Mobiltelefonen herausgefiltert haben, die sich an den Tagen vor dem Attentat und dann am Mordtag selbst in Hariris Umgebung lokalisieren ließen. Hisbollah-Führer Nasrallah sieht sich offenbar in Erklärungsnöten. Bei einer Rede in Beirut sprach er von "Verschwörungsabsichten". Seine Bewegung steht in den USA trotz ihres formalen Bekenntnisses zu demokratischen Spielregeln nach wie vor auf der Liste der Terrororganisationen.

Angst vor neuen Unruhen

Porträt-Aufnahme Rafik al-Hariri (Quelle: AP)

Hoffnungsträger! Der ermordete libanesische Ex-Premier Rafik al-Hariri

Der kanadische Chefankläger Daniel Bellemare und die Richter des UN-Tribunals in Den Haag wollten die neuen Erkenntnisse unter Verschluss halten, die ihnen vor rund einem Monat zugetragen worden seien, berichtet "Spiegel online" weiter. Offenbar fürchten die Ermittler, eine Veröffentlichung der neuen Erkenntnisse könnte die Lage im Libanon aufheizen.

Ende April hatte das Sondertribunal für den Libanon zur Aufklärung des Hariri-Mords die Freilassung von vier inhaftierten libanesischen Generälen angeordnet, von denen zwei als pro-syrisch galten. Gegen die vier Männer, darunter der ehemalige Chef der Präsidentengarde und der frühere Geheimdienstchef der Armee, gab es nach Ansicht von Bellemare keine ausreichenden Beweise, die eine weitere Haft rechtfertigten. Die Angeklagten befanden sich seit August 2005 ohne Anklage im Libanon in Haft. Das auf der Grundlage einer UN-Resolution eingesetzte Libanon-Tribunal hatte am 1. März seine Arbeit aufgenommen. Es soll in erster Linie den Mord an Hariri aufklären, der im Februar 2005 gemeinsam mit 22 weiteren Menschen bei einem Autobombenanschlag in der libanesischen Hauptstadt Beirut getötet wurde.(fg/rri/AP)

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