1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nahost

Hisbollah-Chef fordert Boykott von UN-Tribunal

Die Libanesen sollen die Ermittlungen des UN-Tribunals zum Mord an Ex-Ministerpräsident Rafik Hariri boykottieren, fordert der Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah. Und: Jede Zusammenarbeit sei ein Angriff auf die Hisbollah.

Trümmer nach Anschlag auf Rafik Hariri (Bild: AP)

Noch immer ungeklärt: Bombenanschlag auf Rafik Hariri

Am Donnerstagabend (28.10.2010) hatte Hassan Nasrallah die Libanesen in einer Fernsehansprache vor der Zusammenarbeit mit dem UN-Tribunal gewarnt. Eine Sprecherin des Sondertribunals für den Libanon in Den Haag sagte, die Äußerungen sei ein gezielter Versuch, die Justiz zu behindern. Das Gericht untersucht den Bombenanschlag auf Hariri 2005 in Beirut.

Angriff auf Ermittler

Nasrallah bei einer Fernsehansprache (Bild: EPA)

Nasrallah bei einer Fernsehansprache (Archiv)

"Ich rufe alle Libanesen, Bürger und Politiker, auf, dieses Tribunal zu boykottieren und jede Zusammenarbeit mit den Ermittlern zu beenden," sagte Nasrallah wörtlich. "Jede weitere Zusammenarbeit mit dem Tribunal ist gleich einem Angriff auf den Widerstand." Das Gericht verletze die Ehre seiner Bewegung, sagt er.

Am Mittwoch waren 30 wütende Frauen auf zwei Ermittler des Gerichts losgegangen. Die Ermittler hatten den Leiter einer gynäkologischen Klinik im Süden von Beirut gebeten, ihnen Informationen über Patienten zu geben. Die Ermittlungen blieben wegen des Angriffs der Frauen ohne Ergebnis.

Libanon in der Krise

Seit Medien berichtet hatten, dass das Haager Gericht gegen Mitglieder der Hisbollah ermitteln will, steckt der Libanon in einer tiefen Krise. Die radikalislamische Bewegung empfindet die Ermittlungen als Eingriff in die inneren Angelegenheiten des Libanon. Sie fordert eine eigene Untersuchung. Allerdings versprach Ministerpräsident Saad Hariri, ein Sohn des ermorderten Politikers, das UN-Tribunal weiter zu unterstützen.

Autorin: Christine Harjes (AFP, Reuters)

Redakteur: Thomas Latschan