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Ski alpin

Hirscher triumphiert im Riesenslalom

Marcel Hirscher gewinnt souverän den WM-Titel im Riesenslalom. Sein österreichischer Landsmann Roland Leitinger wird völlig überraschend Zweiter. Überschattet wird das Rennen von einem Beinahe-Unglück.

Als Marcel Hirscher im Starthäuschen von St. Moritz steht, ist er auf der Suche nach dem Gleichgewicht. Im ersten Lauf hatte er die Konkurrenz dominiert und sich einen souveränen Vorsprung herausgearbeitet. Im zweiten Lauf verschlechtern sich die Bedingungen zusehends. Die Piste und die Kurssetzung erweisen sich als tückisch, leichter Schneefall trübt die Sicht. Dazu hat sein Landsmann Roland Leitinger einen sensationellen zweiten Lauf hingelegt und wartet als Überraschungsführender im Zielraum. Hirscher muss also die Balance wahren zwischen Attacke und Vorsicht bei seiner Fahrt. An dieser Aufgabe scheitern seine Konkurrenten gleich reihenweise und verspielen durch Fahrfehler alle Medaillenchancen.

Der Favorit aus Österreich aber gibt sich keine Blöße. Er verliert im zweiten Durchgang nur wenige Hundertstel auf Leitingers Bestzeit und holt dank des Vorsprungs sein erstes WM-Gold im Riesenslalom. Leitinger gewinnt sensationell Silber. Bronze holte sich nicht weniger überraschend der Norweger Leif-Kristian Haugen.

Deutsche Fahrer nicht unter den ersten Zehn

Die deutschen Ski-Rennläufer haben in St. Moritz erneut eine Medaille verpasst. Bester war überraschend Linus Straßer, der sich mit der hohen Startnummer 43 auf Rang zwölf und damit zum besten Resultat seiner Karriere in dieser Disziplin kämpfte. Stefan Luitz kam auf Rang 14, der durch eine Rückenverletzung gehandicapte Felix Neureuther in seinem wohl vorletzten WM-Rennen auf Rang 16.

Kunstflieger kappt Drahtseil

In der Pause zwischen den beiden Läufen entging St. Moritz nur knapp einem schweren Unglück: Ein Flugzeug der Showtruppe "PC-7 Team" der Schweizer Luftwaffe durchtrennte das Aufhängekabel einer Seilbahnkamera, worauf Teile der  Kamera aus großer Höhe in den Zielraum stürzten. Verletzt wurde nach Angaben der ermittelnden Kantonspolizei Graubünden niemand. Wegen des Zwischenfalls musste vorübergehend der Athleten-Lift angehalten werden, Augenzeugen zufolge soll das abgerissene Seil auf das Seil des Sessellifts gefallen sein.

Im Lift saßen zu diesem Zeitpunkt zahlreiche Top-Stars der Szene wie Neureuther oder Hirscher, die auf dem Weg zur Besichtigung des Finallaufs im Riesenslalom waren. Die Athleten konnten mit einer Verzögerung von rund 15 Minuten weiterfahren, das Rennen um die Medaillen begann deshalb eine halbe Stunde später als geplant. "Das ist eine brutale Geschichte, wir hatten Glück dass nicht mehr passiert ist", sagte FIS-Renndirektor Markus Waldner.