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Asien

Hiroshima gedenkt der Atombombe

Japan gedenkt der Opfer des Atombombenabwurfs auf Hiroshima vor 65 Jahren. Hunderttausende starben durch den ersten Einsatz einer Kernwaffe. Die Strahlung sorgt bis heute für Opfer.

Gedenkfeier in Hiroshima (Foto: AP)

In Hiroshima fliegen 1000 Tauben als symbolische Geste für den Frieden in den Himmel

An jedem 6. August ertönt um 8.15 Uhr (Ortszeit) in Hiroshima die Friedensglocke. Genau zu diesem Zeitpunkt im Jahr 1945 warfen die Amerikaner die Atombombe über der westjapanischen Stadt ab, drei Tage später eine weitere über Nagasaki. Zum 65. Mal gedachten die Japaner der vielen Toten - an diesem Freitag (06.08.2010) zum ersten Mal unter offizieller Anwesenheit der westlichen Atommächte.

An der Gedenkfeier in Hiroshima nahm mit John Roos der US-Botschafter teil, Ban Ki Moon kam als erster UN-Generalsekretär zu der Zeremonie. Es war die bislang größte Gedenkveranstaltung, über 70 Staaten waren vertreten. In einer Erklärung sagte Roos, man müsse künftigen Generationen zu Liebe daran weiterarbeiten, eine Welt ohne Nuklearwaffen zu verwirklichen. Es müsse sichergestellt werden, dass sich ein solcher Konflikt nie wiederhole.

Hoffen auf Obama

Hiroshimas Bürgermeister, Tadatoshi Akiba, begrüßte die Anwesenheit des US-Botschafters. "Wir müssen in jeden Winkel der Welt die Sehnsucht der Überlebenden nach der Abschaffung der Atomwaffen kommunizieren", sagte er. Die Stadt hofft auf einen Besuch von US-Präsident Barack Obama. Dies hätte einen hohen symbolischen Wert, weil noch nie ein amtierender US-Präsident die Stadt besucht hat, die Ziel des ersten Atombombenabwurfs war. Obama hat erklärt, er erwäge einen Besuch - zugesagt hat er noch nichts.

Für eine Abschaffung von Massenvernichtungswaffen


UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in Hiroshima (Foto: AP)

Ruft für September eine Abrüstungskonferenz nach New York ein: UN-Generalsekretär Ban in Hiroshima

Ban Ki Moon, der Blumen an der Gedenkstätte für die Opfer niederlegte, sagte, er erhoffe sich ein starkes Signal an die Weltgemeinschaft, dass Atomwaffen zerstört werden müssten. "Wir erleben bei den meisten starken Staaten eine neue Führung." Dieser Schwung müsse beibehalten werden. Ban wird für September eine Abrüstungskonferenz nach New York einberufen. Dort werde er auf Verhandlungen über weitere nukleare Abrüstung drängen. Eine Welt ohne Massenvernichtungswaffen sei "der einzige vernünftige Weg zu einer sichereren Welt".

Die Anwesenheit von Ban und Roos wurde vom japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan begrüßt. Er hoffe, sie würden den Wunsch der Japaner akzeptieren, dass Atomwaffen nie wieder Schaden verursachen. Japan werde sich an sein selbst auferlegtes Verbot halten und keine Atomwaffen besitzen, herstellen oder importieren.

269.446 Tote seit 1945

Der US-Bomber "Enola Gay" hatte die Atombombe mit dem Namen "Little Boy" am 6. August 1945 über Hiroshima abgeworfen, um Japan zur Kapitulation zu zwingen. Am 9. August 1945 wurde eine weitere Bombe über Nagasaki abgeworfen. Am 15. August kapitulierte Japan schließlich. Damit war der Zweite Weltkrieg vorbei. Zehntausende Menschen starben sofort. Noch heute gibt es Strahlen-Opfer: Allein seit der letzten Gedenkveranstaltung vor einem Jahr sollen mehr als 5500 Menschen an den Spätfolgen gestorben sein. Die Gesamtzahl der Todesopfer sei auf 269.446 gestiegen, hieß es in japanischen Quellen. Niemals zuvor oder danach wurden Atomwaffen eingesetzt.

Autorin: Pia Gram (dpa, apn, rtr, epd)
Redaktion: Oliver Samson

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