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Aktuell Deutschland

Hinweise: Terrorverdächtige waren in Bremen

Ein Terroralarm sorgte am vergangenen Wochenende in Bremen für Unruhe. Nun gibt es konkrete Details zur Identität der Verdächtigen.

Demnach sind vier verdächtige Männer aus Frankreich tatsächlich in der Hansestadt gewesen. Das ergaben Recherchen des ZDF und des Magazins "Focus". Die mutmaßlichen extremistischen Gewalttäter seien Ende Februar aus Frankreich in Bremer Islamistenkreise eingesickert, berichtet der "Focus" unter Berufung auf Ermittlungsakten. Laut ZDF soll es auch konkrete mögliche Anschlagziele gegeben haben, den Bremer Dom, die Synagoge und einen Verkehrsknotenpunkt in der Stadt.

Die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Silke Noltensmeier, bestätigte den "heute"-Nachrichten des ZDF: "Wir wissen, dass es sich hier um französisch sprechende Personen handelt, die über die Niederlande nach Deutschland eingereist sind." Zunächst seien die Bremer Behörden davon ausgegangen, dass die Männer mit einer Air-France-Maschine aus Paris nach Deutschland kommen wollten.

Info kam über Kölner Zollkriminalamt

Der Bremer Polizeipräsident Lutz Müller sagte dem Fernsehsender: "Wir gehen davon aus, dass sie sich hier aufgehalten haben, vermutlich schon am Freitag (27. 02. 2015) angereist sind. Aber wie lange sie dann tatsächlich in der Hansestadt waren, können wir nicht sagen." Die Polizei habe am Freitagabend erste Hinweise bekommen, dass sich ein verdächtiger Libanese mit den vier Männern treffen wollte, sagte Lutz. "Hinweise darauf, dass sich diese Personen im islamischen Kulturzentrum aufhalten können, haben sich erst im Laufe des Samstags verdichtet." Es sei unklar, wo sich die verdächtigen Männer jetzt aufhalten. Der entscheidende Hinweis auf die Islamisten kam nach ZDF-Informationen vom Zollkriminalamt in Köln und ging an das Landeskriminalamt Bremen und das Landesamt für Verfassungsschutz.

Der 39 Jahre alte Libanese, der am vergangenen Wochenende während des Anti-Terror-Einsatzes in Bremen vorübergehend festgenommen wurde, soll die Gruppe aus Frankreich kontaktiert haben. Außerdem soll er nach dem Bericht des ZDF von einem Waffenhändler 60 Maschinenpistolen und automatische Pistolen gekauft haben.

Anti-Terroreinsatz zu spät?

Deutlich zurückhaltender zu den Berichten über Anschlagsziele äußerte sich die Sprecherin von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer, Rose Gerdts-Schiffler, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: "Zu konkreten Details, wie sie in verschiedenen Medien genannt und zum Teil auch konstruiert wurden, sagen wir nichts, weil wir ansonsten Hinweisgeber und Ermittlungen gefährden würden."

Am letzten Februarwochenende hatte es Warnungen vor einer möglichen Terrorgefahr in Bremen gegeben. Die Razzien, unter anderem in dem islamischen Kulturzentrum, verliefen allerdings ergebnislos. Danach gab es Kritik daran, der Zugriff sei zu spät erfolgt. Die Razzien hatten am Samstagabend begonnen, die Warnung vor einer möglichen Terrorgefahr war aber bereits am Freitagabend eingegangen.

qu/cw (dpa, ZDF)