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Politik

Hinweise auf Selbstmordattentäter in Bali

Die Bombenanschläge auf der indonesischen Ferieninsel Bali sind nach bisherigen Ermittlungen von drei Selbstmordattentätern verübt worden. Die internationale Gemeinschaft verurteilte die Terrorakte scharf.

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Spurensuche in Jimbaran

Karte von Bali

Der für Anti-Terrormaßnahmen zuständige Generalmajor Ansyaad Mbai sagte dem australischen Fernsehsender ABC, an den Tatorten seien die Reste von Rucksäcken gefunden worden. Drei Männer seien am Samstag mit Sprengstoffwesten am Körper in die drei Restaurants gegangen und hätten fast zeitgleich die Explosionen ausgelöst, sagte Mbai. "Ich habe sie gesehen. Alles, was von ihnen übrig ist, sind der Kopf und die Füße", berichtete der Generalmajor der Nachrichtenagentur AP.

Zwei Deutsche verletzt

Zwei Bomben waren am frühen Samstagabend (Ortszeit) in einem offenen Restaurant nahe dem Hotel "Vier Jahreszeiten" in Jimbaran an der Südküste explodiert. Wenige Minuten später zerstörte eine dritte Explosion ein von einem Deutschen betriebenes Restaurant im Zentrum des Touristenortes Kuta. Bei den drei Bombenanschlägen in zwei Ferienorten auf Bali am Freitag waren nach unterschiedlichen Berichten 26 Menschen ums Leben gekommen.

Bali Terroranschläge auf Urlaubsgebiete in Indonesien Angehörige trauern um ihre Verwandte

Angehörige trauern um ihre Verwandte

Unter den Toten sollen ein Japaner, drei Australier und 12 Indonesier sein. Fast 130 Menschen wurden nach Krankenhausangaben verletzt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin wurden auch zwei Deutsche leicht verletzt. Es gebe keine Erkenntnisse, dass unter den Todesopfern Deutsche seien, sagte eine Sprecherin am Sonntag. Die Reisekonzerne TUI und Thomas Cook teilten am Samstagabend unter Berufung auf ihre örtlichen Reiseleiter mit, keiner ihrer mehreren hundert Gäste in dem Gebiet sei unter den Opfern.

Fahndung nach den Tätern

Auf einem Video eines Urlaubers, das kurz vor der Detonation einer der Sprengsätze aufgenommen wurde, sei einer der Attentäter zu sehen, sagten leitende Polizeibeamte auf einer Pressekonferenz in der Inselhauptstadt Denpasar. Der junge, in Jeans und T-Shirt gekleidete Asiate sei kurz vor der Explosion in die Mitte des Raumes gegangen. Gezeigt wurden auch Bilder der Leichen der mutmaßlichen Attentäter, dessen Gesichter erhalten waren. Sie hätten vermutlich Sprengstoffgürtel getragen, hieß es.

Sicherheitsexperten erklärten, die Anschläge trügen die Handschrift der radikalislamistischen Gruppe Jemaah Islamiah (JI). Die Tatausführung weise Parallelen zu frühen Anschlägen der Gruppe hin. Die moslemische Extremistenorganisation gilt als Arm der Al-Kaida in Indonesien und wird auch für die Anschläge auf balinesische Nachtclubs vor fast genau drei Jahren verantwortlich gemacht. Damals waren 202 Menschen getötet worden, darunter Touristen aus Deutschland.

Neuer Anschlag auf Bali

Ort der Zerstörung in Kuta

Indonesische Ermittler nannte als mutmaßliche Drahtzieher die beiden Malaysier Azahari bub Husin und Noordin Mohamed Top. Die beiden seien nach den Anschlägen in den USA vom 11. September 2001 aus Malaysia geflohen und nach Indonesien gegangen. Dort hätten sie die Anschläge auf Nachtclubs im Oktober 2002 organisiert.

Weltweites Entsetzen

Mit Abscheu und Entsetzen hat die internationale Gemeinschaft auf die Anschläge reagiert. UN-Generalsekretär Kofi Annan sprach von einem "feigen Angriff", viele Regierungen boten am Sonntag Indonesien spontan Hilfe bei der Bewältigung der Tragödie an.

Der britische Premierminister Tony Blair sagte, seine Regierung stehe bereit zu helfen, wo immer sie könne. Außenministerin Condoleezza Rice sagte, die USA wollten auch bei der Jagd auf die Terrorverdächtigen helfen. Der australische Ministerpräsidenten John Howard bot medizinische und polizeiliche Hilfe an.

Bundeskanzler Gerahrd Schröder hat das Attentat auf Bali als "feigen und hinterhältigen Anschlag, der durch nichts zu
rechtfertigen ist", verurteilt. Die Nachricht habe ihn mit Abscheu und Entsetzen erfüllt, schrieb Schröder nach einer Mitteilung vom Sonntag an den Präsidenten Indonesiens Yudhoyono. Der Anschlag werde die Entschlossenheit der internationalen Gemeinschaft verstärken, gemeinsam mit aller Entschiedenheit gegen den Terrorismus vorzugehen. (stl)

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