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Kultur

Hintergrund: Sternsinger

Jetzt sind sie wieder unterwegs: Die Sternsinger. Sogar frisch geehrt mit dem Westfälischen Friedenspreis 2004. DW-WORLD stellt die Hintergründe zu einer millionträchtigen Tradition vor.

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Frisch gekrönte Friedenspreisträger

Am 2. Januar ist es wieder soweit: Eine halbe Million Sternsinger ziehen durch die Straßen Deutschlands. Dann werden jeweils drei oder vier Kinder von Haus zu Haus gehen, den Bewohnern Lieder vorsingen und dafür Spenden sammeln - ein Engagement, das sich hoher Anerkennung sicher sein kann. Am 29. Dezember 2003 wurde den Sternsingern der Westfälische Friedenspreis 2004 zuerkannt.

Die Kinder stellen die Heiligen Drei Könige dar, die vor zweitausend Jahren nach Bethlehem zogen, um dem neugeborenen Christus-Kind zu huldigen: Kaspar, Melchior, Balthasar. Mit den Spenden, die die Kinder sammeln, finanzieren das Kindermissionswerk und der Bund der deutschen katholischen Jugend Hilfsprojekte für Kinder in der ganzen Welt.

Den Sternsinger-Brauch in Deutschland gab es auch schon im 16. Jahrhundert: Damals sammelten die Kinder für sich selbst. An den Festtagen gingen sie von Haus zu Haus, sangen ihre Lieder und von den Spenden zahlten sie anschließend ihr Schulgeld.

Seit mehr als 40 Jahren aber sammeln die Kinder in Deutschland für das deutsche Kindermissionswerk. Die Idee dahinter: Kinder, denen es gut geht, sammeln für arme Kinder in anderen Ländern. Jedes Jahr konzentrieren sich die Sternsinger auf ein anderes Land, in diesem Jahr steht Ruanda im Mittelpunkt.

Eine halbe Million Kinder werden dieses Mal Jahr als Sternsinger verkleidet durch Städte und Gemeinden ziehen. Im vergangenen Jahr sammelten sie fast 33 Millionen Euro. Damit unterstützen sie rund 3000 soziale Projekte weltweit, zum Beispiel eine Gesundheitsstation auf den Philippinen oder Kindergärten für traumatisierte Kinder in Ramallah und Jerusalem.

Ein großes Rätsel wird auch dieses Jahr aber wieder nicht endgültig gelöst werden können: An die Häuser der Spender werden Sternsinger die Buchstaben "C M B" und die Jahreszahl mit Kreide auf den Türrahmen schreiben. Was dies zu heißen hat, darüber streiten sich sogar Theologen: Einige glauben, es hieße "Christus Mansionem Benedicat“, also "Christus segne dieses Haus" auf Latein - andere hingegen sind sich sicher, dass es nur die Initialen der drei heiligen Könige seien: Caspar, Melchior und Balthasar. (sams)

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