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Europa

Hintergrund: Ex-Top-Terrorist "Carlos" - der große Verführer

Der Ex-Top-Terrorist "Carlos" ist bereits zum zweiten Mal zu einer lebenslangen Haftstrafe verureilt worden. Vor Geric halfen ihm weder seine Verführungskünste - noch die Ehe mit seiner Verteidigerin.

Der frühere Top-Terrorist "Carlos" gilt als Dandy. Er soll zahlreiche Affären gehabt haben. Für Schlagzeilen sorgten vor allem zwei Frauen, die in seinem Leben sehr wichtig waren: Magdalena Kopp und seine Anwältin Isabelle Coutant-Peyre. "Er versteht es meisterhaft Menschen zu verführen und zu manipulieren", sagte Kopp, die 13 Jahren mit Illich Ramírez Sánchez alias "Carlos" zusammengelebt hatte.

Revolutionäre unter sich

Die 1948 in Neu-Ulm geborene Magdalena Kopp lernte den Venezolaner im Jahre 1975 kennen. Sie war Mitglied der linksextremistischen Gruppierung "Revolutionäre Zellen", aus der der Lateinamerikaner seine Komplizen rekrutierte. Ende 1978 wurden beide ein Paar. 1991 heiratete sie "Carlos" und bekam eine Tochter von ihm. Ein Jahr später ging die Beziehung jedoch in die Brüche. Kopp blieb dem selbstgefälligen "Berufsrevolutionär" treu - trotz seiner zahlreichen Affären. Ihre Erinnerungen an die 13 Jahre mit dem Söldner des Terrors veröffentlichte sie 2007 als Buch: "Die Terrorjahre. Mein Leben an der Seite von Carlos".

"Carlos" sitzt seit 1997 wegen der Ermordung zweier Geheimdienstagenten und eines V-Mannes im Pariser Gefängnis Santé. Doch auch hier ließ er seine Verführungskünste spielen. 2004 heiratete er seine Anwältin Isabelle Coutant-Peyre. Der 62-Jährige hatte in seiner Einzelzelle Fernsehen, Radio und das Recht, dreimal in der Woche zu telefonieren. In einem Telefoninterview vor der Urteilsverkündung hatte er zudem erklärt, dass er nach seiner Freilassung mit seiner jetzigen Frau in die Flitterwochen reisen wolle.

Autorin: Sabine Glaubitz (dpa)
Redaktion: Frank Wörner