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Aktuell Europa

Hinterbänkler wird in Spanien Oppositionsführer

Bis vor kurzem war Pedro Sánchez in Spanien ein weitgehend unbekannter Politiker. Doch nun soll er als neuer Parteichef der Sozialisten dem konservativen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy Paroli bieten.

Der Wirtschaftsexperte Pedro Sánchez soll die spanischen Sozialisten (PSOE) als neuer Parteichef und Oppositionsführer aus der Krise führen. Auf einem Sonderparteitag in Madrid wurde der 42-Jährige offiziell zum Nachfolger von Alfredo Pérez Rubalcaba gekürt. Dieser verabschiedete sich unter Tränen aus dem Amt. Der 62-jährige Rubalcaba hatte nach dem Debakel der PSOE bei der Europawahl am 25. Mai seinen Rücktritt angekündigt.

Parteichef dank Urabstimmung

Sánchez geht in die 135-jährige Geschichte der PSOE als erster Parteichef ein, der von den Mitgliedern und nicht auf einem Parteitag gewählt wurde. Die Delegierten bestätigten lediglich im Akklamationsverfahren den Ausgang einer Abstimmung unter den PSOE-Mitgliedern, bei der sich der Ökonomiedozent vor zwei Wochen gegen zwei Gegenkandidaten - den Fraktionsvorsitzenden Eduardo Madina und den Philosophie-Professor José Antonio Pérez - durchgesetzt hatte. "Dies ist der Anfang vom Ende der Ära Rajoys", verkündete Sánchez - auch "der schöne Pedro" genannt - schon am Tag der Urabstimmung.

Prominente PSOE-Politiker wie die Regierungschefin von Andalusien, Susana Díaz, die Ex-Verteidigungsministerin Carme Chacón oder der frühere baskische Ministerpräsident Patxi López hatten eine Kandidatur abgelehnt.

"Faszinierender Weg"

"Ich glaube an eine Linke, die Spanien ändern wird, an eine Linke, die sich nicht damit begnügt zu protestieren, sondern die auch den Anspruch erhebt zu regieren", sagte Sánchez, der erst seit 2013 im spanischen Parlament sitzt und dort nicht sonderlich auffiel. Er werde nicht zögern, korrupte Politiker aus der Partei auszuschließen, betonte der neue Parteichef. Rubalcaba rief seinem Nachfolger zu: "Pedro, du hast einen schweren, aber faszinierenden Weg vor dir."

wa/gri (dpa, afp)

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