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Wirtschaft

Hinter den Kulissen von Boeing

Der Jumbo-Jet des US-Flugzeugbauers Boeing wird auch die "Königin der Lüfte" genannt. Seit Jahrzehnten leistet sie bei der Lufthansa treue Dienste - die Airline gehört zu den ganz großen Kunden.

Nördlich von Seattle, in Everett im Bundesstaat Washington, werden die Großraumflugzeuge des amerikanischen Herstellers zusammengesetzt. Zehn Jumbos finden hier gleichzeitig Platz, die Halle ist das vom Volumen her größte Gebäude der Welt.

Im Sommer 1965 begann Boeing das erste Großraumflugzeug seiner Art zu entwickeln, auf Initiative von Juan T. Trippe, dem Gründer der amerikanischen Fluggesellschaft PanAm sei das geschehen, erinnert sich der heute 93 Jahre alte Ingenieur Joe Sutter. "In den frühen Tagen der 747 haben wir uns mit PanAm unterhalten, wir haben mit Lufthansa gesprochen und von ihnen ihre Wünsche erfahren. Wir haben ihnen gezeigt, was Technologie wie die Jet-Antriebe tun konnten. Und dann arbeiteten wir bei der Entwicklung zusammen."

Sparsam und umweltfreundlich

PanAm ist seit 1991 inzwischen Geschichte, die Deutsche Lufthansa aber ist immer noch Kunde. Die Lufthansa spiele immer noch eine große Rolle bei der Entwicklung, sagt Nico Buchholz, der für die Fluggesellschaft das Flottenmanagement verantwortet. Für ihn ist das ein Grund, warum sie in diesen Tagen den eintausendfünfhundertsten je gebauten Jumbo bekommen habe. "Für uns als Lufthansa ist die 747 immer ein extrem wichtiger Bestandteil der Langstreckenflotte gewesen, sie hat die Entwicklung ermöglicht und ist es auch heute noch”, sagt der Manager.

Durchschnittlich 1,5 Jumbos im Monat liefert Boeing von der 747-8 aus, allerdings haben nur acht Fluggesellschaften diesen Flugzeugtyp im Programm. Die Flugzeuge der jüngsten Generation sind um 16 Prozent sparsamer im Verbrauch, sie stoßen entsprechend weniger CO2 aus und sie sind um 30 Prozent leiser als ihr Vorgängermodell 747-400.

Immer effizienter werden - das gilt für Airbus genauso wie für Boeing. Die beiden größten Hersteller weltweit sind in ständigem Wettstreit miteinander. Erst vor wenigen Wochen hatte etwa die Fluggesellschaft Emirates einen Auftrag für 70 Airbus A 350 storniert und stattdessen Interesse an entsprechenden Modellen von Boeing bekundet

Anreize für die Kunden

Jumbo-Veteran Joe Sutter (Foto: Kevin Stone)

Jumbo-Veteran Joe Sutter

Man müsse den Kunden heute immer neue Anreize bieten, sagt der Programmchef der 747, Eric Lindblad. Wenn man das Geschäftsmodell für das Flugzeug und für den Kunden ausarbeite, müsse man bei Finanzierungsangeboten oder bei Dienstleistungen für den Kunden sehr kreativ sein: "Das wichtigste ist natürlich das richtige Flugzeug", sagt der Manager.

Aber: Konkurrenz belebt das Geschäft, meint Joe Sutter, der von vielen bei Boeing als der "Vater des Jumbo" verehrt wird. Airbus baue gute Flugzeuge, aber: "Ich glaube, der A 380 hat ihnen nicht gut getan, der kostet sie viele Milliarden Dollar. Der wird keine lange Zukunft haben."Immerhin: den A 320 und den A 330 hält er für sehr gute Flugzeuge. Und überhaupt sei es wichtig, einen Wettbewerber zu haben. "Das hält Boeing unter Spannung."

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