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Aktuell Asien

Hinrichtung von Vergewaltigern in Indien vorerst gestoppt

In Neu Delhi hat das Oberste Gericht die Hinrichtung von zwei verurteilten Vergewaltigern und Mördern einer 23-jährigen Studentin vorerst gestoppt. Der Fall hatte im Dezember 2012 große Proteste im Land ausgelöst.

Die Entscheidung kam überraschend: Noch am Donnerstag hatte das Hohe Gericht in der indischen Hauptstadt Neu Delhi einen Berufungsantrag der beiden Verurteilten zurückgewiesen und die Todesstrafe bestätigt. Jetzt hat das Oberste Gericht, die höchste juristische Instanz des Landes, die Hinrichtung durch den Strick vorerst ausgesetzt. Die Vollstreckung des Urteils gegen Mukesh Singh und Pawan Gupta werde wegen ihres Berufungsantrags verschoben, teilten die Richter nach einer Dringlichkeitssitzung am Samstag mit. Jetzt soll es bis Ende März eine weitere Anhörung der Angeklagten geben. Bis dahin sei die Hinrichtung aufgeschoben.

Die beiden Angeklagten gehören zu einer Gruppe von insgesamt sechs Männern, die im Dezember 2012 in Neu Delhi eine 23-jährige Studentin in einem Bus brutal vergewaltigt und schwer misshandelt haben. Die junge Frau, die mit einem Freund auf dem Rückweg vom Kino war, wurde ebenso wie ihr Begleiter schließlich schwer verletzt aus dem Bus geworfen. Sie erlag zwei Wochen später ihren Verletzungen, konnte zuvor aber noch ihre Angreifer identifizieren.

Täter beteuern Unschuld

Einer der Täter starb in der Haft, offenbar in Folge eines Suizids. Ein anderer Tatbeteiligter war zur Tatzeit minderjährig und entging dadurch der Todesstrafe. Die vier verbliebenen Männer im Alter von 19 bis 26 Jahren wurden schließlich im September 2013 zum Tode verurteilt. Bereits damals kündigten die Verteidiger an, in Berufung gehen zu wollen. Die Täter waren unter anderem durch DNA-Tests überführt worden, wiesen die Vorwürfe aber stets zurück.

Die Vergewaltigung der Studentin führte in Indien zu tagelangen Protesten und löste eine öffentliche Debatte über sexuelle Gewalt gegen Frauen aus. Die Regierung in Neu Delhi verschärfte in der Folge die Strafen für Vergewaltigung und führte Schnellgerichte ein, um Vergewaltiger schneller verurteilen zu können - allerdings wurden seitdem immer wieder Gruppenvergewaltigungen bekannt. Frauenrechtlerinnen fordern einen generellen Kulturwandel in dem südasiatischen Land.

djo/sti (dpa, AP, AFP)