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Kultur

Hindu-Tempel im Ruhrpott

Am Sonntag (07. Juli 2002) wurde im westfälischen Hamm der größte Hindu-Tempel Europas geweiht. An der Feier nahmen mehrere tausend Gläubige, darunter mehrere Gurus aus Indien und Sri Lanka teil.

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Attraktion in Hamm: Europas größter Hindu-Tempel

Rund 3000 Hindus begingen die Einweihung des Sri Kamadchi Ampal-Tempels mit einem 13-stündigen Fest. Schon ab dem frühen Morgen zelebrierten die Gläubigen mit indischer Musik, Gesängen und der Rezitation heiliger Mantras den Höhepunkt des einwöchigen Einweihungsfestes. Bereits in den Tagen zuvor hatten sie an Prozessionen, Feuerzeremonien und einer rituellen Waschung teilgenommen.

Bereicherung für Hamm

Die Priester segneten den Tempel, indem sie geheiligtes Wasser über die Türme gossen. Der Oberbürgermeister der Stadt Hamm, Thomas Hunsteger-Petermann, nannte die Hindu-Gemeinde "einen Gewinn für uns alle und eine große Bereicherung für die Stadt".

Künftig werden täglich bis zu 300 Tempel-Besucher erwartet. Auch Nicht-Hindus steht der Tempel offen, betonte Priester Arumugam Paskaran. "Der Tempel gehört nicht nur den Hindus, sondern allen Menschen".

Deutscher Architekt

Paskaran, der 1995 vor dem Bürgerkrieg in Ski Lanka nach Deutschland floh, ist der Initiator des 1,5 Millionen Euro teuren Tempelbaus. Es wurde vom Hammer Architekten Heinz-Rainer Eichhorst konzipiert und ist der Muttergöttin "Sri Kamadchi Ampal" gewidmet.

Die neue Pilgerstätte liegt am östlichen Rand des Ruhrgebietes in einem Gewerbegebiet. 700 Quadratmeter groß ist der künstlerisch aufwendig gestaltete Gebetsraum, die Altäre sind mit filigranen Stuckarbeiten und Farbkompositionen in blau, grün, gelb, orange und rosa reich verziert.

Handarbeit nach süd-indischem Vorbild

Göttin Sri Kamadchi Ampal soll ihren Anbetern von hier aus Glück und Gesundheit schenken. Zehn speziell ausgebildete Tempelbauer aus Indien arbeiteten monatelang daran, das quadratische Gebäude mit Haupteingang Richtung Osten in ein hinduistisches Gotteshaus zu verwandeln. Mit bloßen Händen, viel Geschick und Geduld betrieben sie ihr kunstvolles Handwerk.

Rund 240 Götter beherbergt der Tempel nach südindischem Vorbild, unter ihnen der bekannte Elefantengott Ganesh. Alle Abbilder sind von Hand geschaffen - aus einem Zement-Mörtelgemisch mit Sand und Wasser. Vier indische Maler haben die Figuren mit feinen Pinseln bunt bemalt und den Altären ein farbenfrohes Bild geschenkt. Zahlreiche Ornamente und mythologische Objekte lassen die Augen des Betrachters kreisen. Die Skulpturen und Verzierungen an den Wänden und Säulen im Tempel-Innern wurden wie das ganze Gebäude in Rekordzeit geschaffen.

Tausende beim Tempelfest

Hamm gilt als Zentrum des Exil-Hinduismus in Deutschland. Zum jährlichen Tempelfest kommen bis zu 15.000 Gläubige. Mit der Einweihung des in Europa einmaligen Bauwerks wird der Ort für Hindus weiter an Bedeutung gewinnen. (pg)

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